Hallo Gouvion,
ich sehe es ähnlich wie Luna

. Gerade Unverträglichkeiten gegenüber Medikamenten können Menschen im protrahierten AD-Entzug noch sehr lange nachhängen, selbst dann wenn man glaubt, im Grunde alles überstanden zu haben. Man tut gut daran, noch einige Jahre nach null diesbezüglich äußerst vorsichtig zu sein und sich auf Medikamente möglichst nur dann einzulassen, wenn es wirklich gar nicht anders geht.
Manchmal gibt es auch pflanzliche oder homöopathische Alternativen, die nicht ganz so "reinhauen", aber selbst dabei kann es zu Unverträglichkeiten kommen. Man kann nur immer äußerste Vorsicht walten lassen.
Auf Behandler kann man sich diesbezüglich leider überhaupt nicht verlassen, im Gegenteil. Denn die verstehen i. d. R. absolut nichts vom Entzug, erst recht was Langzeitfolgen anbelangt und können durch ihr Tun vieles noch enorm verschlimmern. Man kann da langfristig nur anstreben, sein eigener Experte zu werden.
Ich kann verstehen, wenn man ob des einen oder anderen Symptoms verunsichert ist und auch mal etwas abklären lassen will, zur Beruhigung quasi. Nur sollte man aus mehreren Gründen selbst das sehr gut abwägen, denn
- Untersuchungen können invasiv sein und triggern,
- sie können Ergebnisse liefern, die auf den ersten Blick, zumindest für Unkundige, nicht mit dem Entzug in Zusammenhang stehen, es aber durchaus dennoch tun können (z. B. in puncto SD) und damit Behandlungen einleiten, die den Entzug wieder anheizen können,
- sie können bei negativen Ergebnissen Behandler dazu verleiten, auf die Psychoschiene abzuheben und damit Patienten bezüglich einer dazugehörigen medikamentösen Behandlung unter Druck zu setzen. Und nicht jeder ist dem gewachsen, sich dagegen zu wehren.
Das sollte man zumindest alles im Hinterkopf haben, wenn man als Entzügiger Beschwerden abklären lässt und stets mit der nötigen Distanz die Dinge betrachten und entsprechend reagieren. Einfach aus Selbstschutz.
Was die aktuelle Welle angeht, denke ich, dass es u. U. noch eine Weile dauern kann, aber sicher wieder abklingt. Hast Du denn genug Möglichkeiten im Alltag, Dich auch mal zurückzuziehen und Dich auszuruhen, wenn die Symptome schlimmer sind - oder überhaupt? Das wäre wichtig.
Liebe Grüße
Carlotta