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Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

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Sunshine71
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Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Beitrag von Sunshine71 » Samstag, 18.11.17, 14:56

Hallo zusammen :)

Ich habe zwar das Mirtazapin nicht ganz abgesetzt sondern im Juni diesen Jahres von 15 mg auf 7,5 mg reduziert. Der Absetzschritt war viiiiiel zu groß.

Am Anfang waren die Entzugssymtome noch aushaltbare auf und abs. Richtig schlimm wurde es erst nach der 12ten Woche.

Nachdem ich dann hier durch mitlesen erfuhr daß es noch schlimmer werden kann, und vor allem sehr lange anhält sogar über Jahre, meldete ich mich hier an. Mir wurde empfohlen wieder auf 10mg zu gehen und so machte ich es auch. Denn die Erfahrungen selbst Betroffener sind mir tausendmal wertvoller als die eines Arztes. Dafür habe ich schon zu viel durch.

Ich nahm die 10mg dann gute 14 Tage merkte aber daß die Nebenwirkungen durch die Aufdosierung, dieser für mich im Moment kleinen Menge von 2,5 mg, zu stark waren. Ich reduzierte wieder auf 9mg sprich 1,5 mehr als 7,5 und es ging mir schon nach weiteren zwei Wochen gut.

Aufdosieren oder Wiedereinnahme einer kleinen Menge ist immer einen Versuch wert. Es kann zwar ein Weilchen dauern aber es lohnt sich.


Liebe Grüße
Sunshine
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1990 Diagnose MS
2003 Mirtazapin wegen Depression durch Angst- und Panikstörung
2003 - 2011 Lorazepam und Diazepamabhängig
2011 Klinikentzug seitdem Benzodiazepinfrei
Citalopram zur Deckelung des Entzugs ausgeschlichen trotzdem zu schnell
2016 Mirta von 30mg auf 15mg
Juni 2017 Mirta von 15mg auf 7,5mg
Entzugssymtome werden unerträglich
21.9.2017 Anmeldung ADFD Forum :party2:
21.9.2017 10 mg Mirtazapin
ab 23.9. Entzugssymtome wie vorher dazu jetzt noch Nebenwirkungen vom Mirtazapin
5.10. Besseres und längeres Fenster
6.10. Heftige Entzugs Welle anhaltend seit dem aufwachen um 5.00 Uhr
7.10. Runter auf 9 mg
8.10. besser und ruhiger geschlafen im allgemeinen ruhiger bis jetzt
14.10. Nebenwirkungen haben sich gebessert mit Reduzierung von 10mg auf 9mg. Entzugssymtome kommen immer noch in Wellen aber werden bischen besser :)
15.10. Mir geht's nicht gut. Alle Symptome sind wieder da
18.10. Tee mit Baldrian und Hopfen probiert danach verstärkte Symtome
19.10. Symptome sind stark und halten an
20.10. Es geht mir wieder besser bis auf dumpfen/ tauben Kopf und surren in den Ohren
24.10. Es geht mir immer noch gut. Keine Entzugswelle mehr. Kopf ist immer noch dumpf.
18.11. Es geht mir gut
16.12. 8,7 mg
30.12. Symtome vom Abdosieren halten an
6.1.18 Es geht mir nicht gut. Strengere Kontrolle der Nahrung wegen HIT
13.1.18 Es geht mir nicht gut. Symtomverstärkung durch PMS
24.1.18 Es geht mit heute besser
11.2.18 Es geht mir wieder gut
21.2.18 8,5 mg
22.2.18 viele Symtome wieder da
1.8. Es geht mir besser

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Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Beitrag von gelblack » Samstag, 25.11.17, 12:43

Liebe Forenmitglieder ... Liebes Moderatoren Team :) :)

9 Wochen nach NULL und ich glaube auf einem guten Weg zu sein. 2,5 Jahre plus, nach dem Wiedereindosieren von Venlafaxin, hat es gebraucht bis ich die NULL erreichte. Es ist noch nicht vorbei, aber es fühlt sich immer besser an. Der Schlaf ist naja und ich bin immer noch schnell gereizt. Aber auch das wird zusehends besser. Ich fühle mich jedenfalls so stabil und zuversichtlich, dass ich heute meine Restbestände an Venlafaxin plus Kapselvorrat in die Tonne geklopft habe. :party2: :party2: :party2:

Ich denke, dass mir das von Euch Erfahrenen nahegelegte Wiedereindosieren einer kleinen Menge nach meinem Kaltentzug bei 18,25mg geholfen hat sehr schlimme Erfahrungen abzuwenden.

Allein das finden der Wohlfühldosis (die nur bedingt eine war) hat geraume Zeit in Anspruch genommen. War dann aber die Absprungbasis für ein langsames, erfolgreiches Ausschleichen im Rahmen der empfohlenen 10% Regel.

Jeder 6 Wochenzyklus, es waren derer viele, war mühsam und begleitet von immer den selben Symptomen in unterschiedlicher Ausprägung. Neuro-Emotionen, Schlafstörung, Harndrang, Aggression, Schwindel, Augenthemen, etc. waren meine ständigen Begleiter. Allein diese sich aufdrängenden 24/7 Gedanken waren mit das Übelste, was ich je in meinem Leben durchstehen musste.

Wenn ich rückblickend ansehe wie anstrengend und belastend trotzdem das Ausschleichen war, möchte ich mir nicht ausmalen, wie es mir ergangen wäre, wenn ich versucht hätte den Kaltentzug auszusitzen. Nicht empfehlenswert aus meiner Sicht.

Liebes Moderatoren Team ... Ich möchte Euch und natürlich allen lieben Foris, die mich mit Zuspruch unterstützt haben, meinen tiefsten Dank aussprechen. Lana hat glaube ich von einem "ich verneige mich vor Euch" gesprochen. Da schließe ich mich bedingungslos an.

Haltet durch da draussen. Das Ausschleichen ist schon sehr individuell, aber ich glaube an die Zeit als heilendes Medium.

Ich werde meinen Beitrag noch in die erfolgreich abgesetzt Rubrik kopieren ...

It will pass !! :hug:
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Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Beitrag von Ululu 69 » Samstag, 25.11.17, 18:10

Hallo gelblack, :)

Es freut mich so, zu hören, dass du dich auf Null mehr und mehr stabilisieren kannst. :party2:
Ich verneige mich vor dir, für deine Kraft und deinen Mut, das alles auszuhalten und gleichzeitig auch noch vielen anderen immer wieder Mut zuzusprechen und zu helfen.

Deine Geschichte macht Mut und das geht sicher nicht nur mir so.
Schön, dass du uns weiter daran teilhaben lässt.
Danke dafür. <3

LG Ute
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Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Beitrag von LinLina » Samstag, 02.12.17, 8:45

Anna10 hat wieder eindosiert:
Ich nehme nun seit fast zwei Wochen 1 mg Sertralin über die Wasserlösemethode, die sich für das Medikament gut anwenden läßt...Frage an dieser Stelle: Kann ich die Lösung mehrere Tage verwenden oder sollte der Rest besser verworfen werden?

Ich war/bin wirklich positiv überrascht, welche Wirkung das Wiedereinschleichen des Medikaments gebracht hat...Schnelle Stabilisierung der Akutsymptomatik, Ängste, Unruhe, gestörtes Denken, irreale Bilder, innerhalb von Stunden so gut wie weg...Insgesamt gibt es noch die verschiedensten Symptome, aber die sind moderat und gut auszuhalten. Besonders positiv habe ich empfunden, daß das Denken (v.a. zielorientiertes, strukturiertes, kreatives) wieder sehr klar war, was ich in einer (mir durchaus bekannten) echten Depression nicht so schnell vorstellen kann...also für mich eindeutige Anzeichen einer Absetzsymptomatik
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 64#p219164
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Im Absetzprozess seit 2014: Lorazepam (Benzo) erfolgreich abgesetzt. Mirtazapin aktuell: 0,005 mg Mein Thread
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Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Beitrag von LinLina » Samstag, 02.12.17, 8:47

Britsch:
Auch ich halte Deine Probleme für Absetzsymptome, sicher noch getriggert durch die Antibiotikaeinnahme.
Ich kenne das alles aus eigenem Erleben, befinde mich seit einigen Monaten mitten in einem Absetzsyndrom nach langjähriger Sertralineinnahme und stabilisiere mich gerade mittels Wiedereindosieren von derzeit 0,65 mg. Und ich möchte Dir Hoffnung machen, denn dieser Weg scheint zu funktionieren. Es geht - auch bei Dir - darum, eine Dosis zu finden, die Dich symptomfrei macht. Dann können Körper und Seele sich damit erholen, und anschließend kann man diese geringe Sertralindosis in Minischritten und über einen genügend langen Zeitraum vorsichtig ausschleichen.
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 64#p217619
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Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Beitrag von Annanas » Samstag, 13.01.18, 6:12

Hallo Rose, habe dir hier einen eigenen Thread erstellt: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 97#p225797 lG Anna
Vorgeschichte:
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Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
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28.01.2018 30. Red. 1 mg auf 6 mg - wegen starker Beschwerden am 02.02. auf 6,3 mg aufdosiert
______________________________________________________________________________________
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Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Beitrag von juvezi » Mittwoch, 31.01.18, 20:46

Hallo,
ich habe nach 9 Monaten 3,75 mg Mirtazapin innerhalb von 6 Wochen abgesetzt. Nach 6 Wochen ohne Medikamente Absetzprobleme, die ich nicht handlen konnte. Seit 2,5 Wochen nun wieder auf 1,5 mg eindosiert. Stabilisiert, aber nicht wirklich happy. Mit den 3,75 mg ging es mir sooooo gut, nur wie komme ich je wieder los?
Grunderkrankung mittelgradige Depression Erschöpfungszustand seit 2013, generalisierte Angststörung
Nach zwei Klinikaufenthalten 9 Wochen/5 Wochen
12/2016 3,5 mg Mirtazapin jeden Abend
sehr gut verträglich
Appetit kehrt sofort zurück,gewünschte Gewichtszunahme stärkt Allgemeinbefinden
Schlafe im Schnitt 8-10 Stunden hervorragend durch
Schlaf ist jedoch nicht unbedingt immer Kern erholend, trotzdem hilfreich
Unter Körperpsychotherapie einmal wöchentlich langsam gute Besserung, Panikattacken lassen stark nach
wurde zunehmend leistungsfähiger, die Depression wich trotz der geringen Dosierung Habe mich eigentlich suuper gefühlt. Auch die Körpertherapie hilft super!

09/2017 dann ein erster Absetzversuch, da ich das Ziel hatte eine Prüfung im alternativen Gesundheitsbereich abzulegen, dazu ist es notwendig frei von seelischen und geistigen Erkrankungen zu sein.
Da mein Allgemeinzustand schon sehr stabil wirkte war das ein toller Anlass das Mirta wieder abzusetzen

09/2017 Zunächst von 3,5 auf 1,75 runter, dazu habe ich die viertel Tablette von 15mg in Wasser gelöst und eine Hälfte den einen, die andere Hälfte den anderen Tag genommen.
Gespührt, dass ich wieder anfälliger für Reize von Außen bin und nicht ganz so schnell in meine Mitte finde, insgesamt etwas schwirriger in der gesamten Verarbeitung von Reizen. Fell halt nicht mehr so dick, :schnecke: :bettzeit: dennoch das Gefühl das im Griff zu haben.

Dann nach 2 Wochen einen Stimmungsknick, der ca 1,5 Wochen
Dann nach weiteren 2-3 Wochen ganz abgesetzt

Seit 26.11 - 6 Wochen ohne Medikament, Fell noch ein bisschen dünner, erste Zweifel, ob ich zu früh abgesetzt habe, und tatsächlich eher nach Rat des behandelnden Psychiaters zu handeln:
sich erst richtig gut fühlen und dann das Medikament noch 6 Monate weiter nehmen.

Habe mich super gefühlt und die 6 Monate quasi weggelassen ( war das ein Fehler?)

Dann am 09.01.18 beschriebener Chrash

Dann am 12.01.18 nach den Empfehlungen des Forums das Mirtazapin nach dem Chrash mit 1,5 mg wieder eingeschlichen.
Seit 01.02 wieder auf 3,75 mg Stabilisierung folgt postwendend. Noch etwas unruhig und dünnhäutig, ist ja klar nach der Arie

Schildkroete
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Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Beitrag von Schildkroete » Dienstag, 13.02.18, 13:26

Auch ich reihe mich ein in die Reihe derer, die erfolgreich wiedereindosiert haben.

Nachdem ich Venlafaxin (zwar über mehrere Monate, aber trotzdem viel zu schnell) abgesetzt hatte, habe ich gut sechs Wochen nach Null wieder mit 25 mg angefangen. Davon hatte ich deutliche Unverträglichkeitsreaktionen, und nach Beratung durch das Forum bin ich nach zwei Tagen auf 12,5 mg runtergegangen.
Damit waren die Unverträglichkeitsreaktionen weg, allerdings gelang es mir nicht, mich auf dieser Dosierung zu stabilisieren. Ich habe dann in mehreren Schritten wieder die Dosis erhöht, bis ich meine Wohlfühldosis gefunden hatte (die mit 22 mg dann doch nah an meiner ersten Wiedereindosierungs-Dosis war). Dafür habe ich fast drei Monate gebraucht.
Ein Grund für diese lange Dauer war, dass ich einen großen Widerwillen gegen jede Dosiserhöhung hatte. Ich wollte das Zeug doch loswerden! Deshalb habe ich zu lange auf einer nicht ausreichenden Dosis ausgeharrt, in der Hoffnung, das die Symptome doch noch irgendwie verschwinden. Im Nachhinein hätte ich nicht so lange abwarten sollen. Es hat keinen Sinn, weniger zu nehmen als man braucht (weil man ja absetzen will), wenn man sich auf dieser Dosis nicht stabilisieren kann. Denn erst von einer stabilen Dosis aus kann man schonend absetzen.

Nachdem ich die Wohlfühldosis gefunden hatte, ging das Absetzen relativ geräuschlos. Ich habe mir viel Zeit gelassen (mehr als zwei Jahre) und bin jetzt seit einigen Monaten auf Null. Ich habe vom Absetzen profitiert (und wenn nicht neues Ungemach von anderer Seite dazu gekommen wäre, würde es mir gut gehen).

Gruß
Schildkröte
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Diagnose: Depression, in Remission seit 2014
Seit 2003 diverse Antidepressiva, zuletzt (seit 2007) Venlafaxin , wechselnde Dosierungen, zuletzt 75 mg
Außerdem: Einnahme von Schilddrüsenhormon (L-Thyroxin, seit 2009), diverse Nahrungsergänzungsmittel, Antihormontherapie mit Tamoxifen (seit 10/2017)

1. Absetzversuch (Anfang 2015): über 6 Wochen von 75 mg auf 0 mg. Symptome: Weinerlichkeit, Verstärkung bereits vorhandener neuropathischer Schmerzen, Bauchkrämpfe, bei jedem Reduktionsschritt für ca. fünf Tage Kopfschmerzen. Ca. 3 Wochen nach Null zusätzlich innere Anspannung, extreme Stressanfälligkeit, Verzweiflung, Morgentiefs, Schlafstörungen. Weiter Weinerlichkeit und Bauchkrämpfe, zusätzlich immer wieder Durchfall. Rückgang der neuropathischen Schmerzen auf das Ausgangsniveau, Zunahme der Anspannung bis zur Funktionsunfähigkeit (Krankschreibung).

Wiedereindosieren (Mitte Mai 2015): 2 Tage 25 mg (NW: Übelkeit, Kopfschmerzen, Benommenheit, Herzrasen, Schweißausbrüche, Schlaflosigkeit) >> 6 Wochen 12,5 mg (Übelkeit sofort weg, übrige NW werden im Lauf der nächsten Woche besser; Darmsymptome verschwinden schnell, Anspannung bessert sich nach ca. 10 Tagen, bleibt aber auf einem auf Dauer nicht erträglichen Niveau, Weinerlichkeit, Stressanfälligkeit und Schlafstörungen bessern sich nur wenig) >> 2 Wochen 14 mg >> 2 Wochen 17,5 mg >> 7 Wochen 22 mg (nach ca. einer Woche Besserung von Anspannung, Schlafstörungen und Darmsymptomen - endlich Rückkehr zur Normalität!)

2. Absetzversuch (Start 14.09.2015): 4 Wochen 20 mg >> 6 Wochen 18 mg (in der vierten Woche nach der Reduktion Schlafstörungen, deshalb länger auf der Dosis geblieben) >> 9 Wochen 16 mg (viel Stress, zwei Antibiosen, kurzzeitig wieder einige Tage mit Anspannung (aber lange nicht so schlimm wie im Frühling) und Weinerlichkeit) >> 8 Wochen 14 mg (leichte Morgentiefs in den ersten Tagen nach der Reduktion, für ca. drei Wochen den typischen Absetz-Kopfschmerz, insbesondere in Verbindung mit Koffein) >> 5 Wochen 12 mg >> 9 Wochen 10 mg (leichtes Serotonin-Syndrom aufgrund einer Wechselwirkung mit einem anderen Medikament) >> 7 Wochen 8 mg (verstärkte stromschlagartige Schmerzen, Schlafstörungen, deshalb den nächsten Reduktionsschritt verkleinert) >> 5 Wochen 7 mg >> 8 Wochen 6 mg (keine Absetzsymptome, aber eine Fernreise und zwei Antibiosen) >> 4 Wochen 5,5 mg (in der zweiten Woche nach der Reduktion verstärkte stromschlagartige Schmerzen) >> 4 Wochen 5 mg >> 4 Wochen 4,3 mg >> 5 Wochen 3,8 mg (Absetz-Kopfschmerz, besonders in der 3. und 4. Woche, insbesondere in Verbindung mit Koffein) >> 4 Wochen 3,3 mg >> 4 Wochen 2,7 mg >> 4 Wochen 2,3 mg >> 7 Wochen 1,7 mg >> 5 Wochen 1,2 mg >> 4 Wochen 0,6 mg >> seit 01.10.2017 komplett abgesetzt

Mein Thread: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=35&t=9719

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Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Beitrag von Mole25 » Freitag, 02.03.18, 19:32

Hi,

Seit 6 Monaten bin ich auf 0 Citalopram. Ich nehme CBD Öl und Blackseed Oil und werde sie noch 3-4 Wochen nehmen. Allerdings spiele ich mit den Gedanken für eine kurze Zeit Prozac zu nehmen - nur 3-5mg. Und g a n z langsam abzusetzen. In Australien wird es so praktiziert. Weil Procza "a longer life" hat.
Wer hat Erfahrung hiermit - und noch besser, wer hat mit dieser Methode Erfolg gehabt?
Langsam gehen diese Beschwerden auf dem Keks - ich möchte wieder "leben" Ich habe nicht mal Lust zu malen - nur mich von Schmerzen abzulenken.

Mole
:whistle: :whistle: Nov/ Dez 2016 Panikattacken
11.2016 - 12.2017 15,00 mg Citalopram
Starke Nebenwirkungen: Halluzination, Durchfall, mehr Unruhe
Langsames Absetzen Citalopram.
Psychologin will mich nicht weiter behandeln
Feb 2017: 10,00 mg Citalopram
Anfang März 2017: 9,00 mg Citalopram
Ende März 2017: 8,00 mg Citalopram / Starke Entzugssymptome, aber 4 Tage ohne Beschwerden
01.04.2017: 7,50 mg Citalopram / weiterhin starke Entzugssymptome
30.04.2017: 7,00 mg Citalopram / weiterhin teilweise starke Entzugssysmptome
inkl. Nackenschmerzen / Herzstechen
20.06.17: 3,50 mg Citalopram
01.07.17 3,00 mg Citalopram
05.07.17 2,50 mg Citalopram
14.07.17 2,00 mg Citalopram
03.09.17 0 Citalopram / diverse Entzugssymptome manchmal sehr stark
Seit 01.06.18 Omega Öl 6000 mg + Vitamin Bs
Seit ungefähr Jan 18 CBD Öl - beruhigt
Seit 12.02.18 Black Seed Oil / Cumin - beruhigt
Seit 20.02.18 Chlorella - Dr. Klinghardt
Seit 24.02.18 ausgeprägtes Brain movement, Schmerzen - kann mich kaum
konzentrieren. Autofahrten verursachen noch mehr Schmerzen
26.02.18 Brain Zaps und Schmerzen nicht zu ertragen
Seit 26.02.18 kein Chlorella mehr - Verdacht auf verschlimmerte Symptome
Seit 06.18 Omega Öl mit Mega DHA - positive Erfahrung
Seit 07.18 Rhodiola Rosea - effektiv bei der Reduzierung von Cortisol
Seit einer Woche zum ersten Mal:
Kein Cortisol-Unruhe beim Aufwachen, Keine Übelkeit morgens, und ab und zu mal kurze
:roll: Windows

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Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Beitrag von Ululu 69 » Samstag, 03.03.18, 9:47

Hallo Mole,

ich würde dir auf keinen Fall empfehlen, ein neues Medikament einzunehmen. Nach unserer Erfahrung bringt das eher noch mehr Durcheinander in dein Zentrales Nervensystem.
Du hast das Citalopram schon sehr schlecht vertragen, ich würde an deiner Stelle keinen Versuch mehr mit einem AD wagen.
Das ist aber nur meine Sicht auf die Dinge.
Entscheiden musst du das natürlich selbst.

LG Ute
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Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Beitrag von padma » Mittwoch, 06.06.18, 18:29

hallo, :)

ein wichtiger Hinweis von Carlotta :) :
Gerade bei einer Wiedereindosierung, speziell nach so langer Abstinenz, sollte man dem Nervensystem ordentlich Zeit geben. Es dauert im Mittel sowieso um die 4 Tage, bis Dosisveränderungen richtig im ZNS angekommen sind. Und da der Körper nach langer Zeit ohne das Medikament ohnehin meist länger braucht, um eine Wiedereindosierung zu verkraften, sollte man richtig viel Geduld mitbringen und beim Start mal eher 14 Tage zuwarten (sofern nicht gleich heftige NW eine Änderung erfordern), bevor man weiter an der Dosis schraubt, eher länger.

Auch sind 0,2 mg in diesem Dosisbereich NICHT wenig, auch wenn das so scheinen mag. Diese nur vermeintlich kleine Menge hat das Potenzial, ordentlich was im ZNS zu bewegen. Das sollte man nicht unterschätzen.

Man muss sich da wirklich ganz behutsam vortasten, um das schon angeschlagene ZNS nicht zusätzlich zu erschüttern.

Wenn es erst mal keine oder wenig Reaktionen auf einer Dosis gibt, also diese erst mal nur vertragen wird, ist das nach der langen Zeit auf null erst mal nur positiv. Dann sollte man einfach mal zuwarten, wie gesagt, es kann Wochen dauern, ehe man merkt, dass die Wiedereindosierung greift in dem Sinne, dass sie Entzugssymptome abfängt. Und wenn dann immer noch nichts weiter passiert, kann man ganz vorsichtig aufdosieren, wenn man möchte.

Viele machen den Fehler und gehen übereilt nach oben, weil sie sich so schneller eine positive Wirkung erwarten, aber so funktioniert v. a. ein bereits angeschlagenes ZNS nicht. Man muss es wie ein rohes Ei behandeln.

Es kann schon sein, dass eine sehr geringe Dosis zur Stabilisierung ausreicht. Wenn man die benötigte Dosis durch zu schnelles Hochdosieren quasi "überspringt", nimmt man sich nicht nur die Chance, sie überhaupt festzustellen, sondern läuft Gefahr, dass die Sache nach hinten losgeht, weil das ZNS u. U. durch zu hohe Dosen zu stark irritiert wird. Denn was in der Vergangenheit mal von diesem Medikament an Dosierungen vertragen wurde, ist kein Maßstab für den Ist-Zustand, da sich das Nervensystem durch vorherige Einnahme plus Entzug verändert hat.

Es stellt sich ergo nicht immer die Frage nach "überhaupt noch vertragen"/"gar nicht mehr vertragen", sondern häufig auch die, welche Dosis das ZNS noch toleriert. Und im nächsten Schritt eben die Frage danach, welche Dosis zu einer etwaigen Stabilisierung notwendig ist. Beide Fragen hängen zusammen.
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 62#p251862
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