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 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

psyab.net: wichtige Informationen für neue Teilnehmer


Die öffentlichen Beiträge auf adfd.org bleiben erhalten.

Bereits registrierte Teilnehmer können hier noch bis Ende 2022 weiter in den privaten Foren schreiben und PNs austauschen, aber es ist kein aktiver Austausch mehr vorgesehen und es gibt keine Moderation mehr.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.


Absetztips bzgl. Zoloft erwünscht

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
Gesperrt
Joey
Beiträge: 7
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Absetztips bzgl. Zoloft erwünscht

Beitrag von Joey »

Hallo Beisammen,

mir wurde im Juli 2002 Zoloft 50 von meinem Neurologen verordnet. Im Januar
2003 ging es mir so gut, dass ich auf meinen Wunsch hin Zoloft absetzte.

Bereits 1 Tag nach dem Absetzen fühlte ich starke Müdigkeit, litt unter
Schlaflosigkeit und wurde ungemein agressiv, was ich nie im Leben zuvor war.

Habe daher nach 3 Tagen meinen Arzt erneut aufgesucht. Der hat mir zur
unverzüglichen Weitereinnahme von Zoloft geraten mit der Begründung, dass die
Ursache der Depression wohl noch nicht beseitigt sei. Aufgrund dieses "Rückfalls"
riet er mir auch, das Präperat beginnend mit dem Zeitpkt. des Rückfalls für
einen Zeitraum von mindestens 6 weiteren Monaten einzunehmen, was ich auch
tat. Da ich mich zwischenzeitlich wieder sehr wohl fühle, aber zeitweise unter
starker Lethargie leide, wollte ich das Präparat wieder absetzen. Er empfahl
mir, das Mittel aber noch bis zum Jahresende zu nehmen, um sicher zu gehen.

Habe in den vergangenen Tagen mich erstmals intensiver über das Absetzen
informiert und bin mir zwischenzeitlich gar nicht mehr so sicher, ob ich dem
Rat, das Präparat weiterzunehmen, folgen soll. Und vor allem, wie setze ich am
besten ab? Schleichend? Und wenn ja, in welchen Zeitabständen soll die Dosis
wie reduziert werden?

Muß vielleicht noch sagen, dass ich während des Behandlungsbeginns nahezu
alle im Beipackzettel erwähnten Nebenwirkungen verspürte, was sich aber legte.
Bis zuletzt reagiere ich äußerst empfindlich auf geringste Mengen Alkohol
(z.B. 1 Glas Sekt oder Wein). Dies führt zu meist 2-3 -tägigem hang-over mit
extremer Müdigkeit.
Linda
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Hallo Joey

Beitrag von Linda »

Hallo Joey, hat jetzt doch geklappt!

Jetzt zu Deiner Frage:

Wenn ein Mensch beim Absetzen eines Antidepressivums innerhalb von wenigen Tagen wieder Probleme bekommt, ist das nicht ein Rückfall in die Depression, sondern Entzugserscheinungen. Depressive Symptome würden sich erst nach Monate wieder zeigen - sie erscheinen nicht übernacht. Aggression ist übrigens ein typisches Symptom von SSRI-Entzug.

Ich weiß nicht, ob Du die ganzen Information auf der Hauptsite www.antidepressiva-forum.de schon gelesen hast. Wenn nicht, schaue unter "Medizinische Infos" nach, da findest Du ein "Infopaket".

Darin sind typische Absetzsymptome beschrieben, und auch, wie mann schrittweise beim Absetzen vorgehen kann. Ich würde vorschlagen, Du schaust Dir das alles genau an, und wir tauschen uns dann wieder aus. Falls Du das Infopaket schon kennst, melde Dich wieder. Dann bis bald, Linda
Linda
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Auzug aus dem Infopaket

Beitrag von Linda »

Hier ist ein kurzer Auszug aus dem Infopaket:

1. Wenn das Problem kurze Zeit nach einer Dosisreduktion oder dem Absetzen auftritt (das können je nach Patient Stunden, Tage oder sogar einige Wochen sein) ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich um ein Absetzsymptom handelt. Das erfolgreich behandelte ursprüngliche Problem sollte eigentlich nach dem Absetzen über Monate oder sogar Jahre nicht mehr auftauchen.
2. Wenn die Symptome (siehe Absetzsymptome) nach erneuter Einnahme oder Erhöhung der Dosis wieder verschwinden, deutet dies ebenfalls auf ein Absetzsymptom hin und nicht auf ein Wiederauftauchen der ursprünglichen Symptomatik. Wenn es echte Krankheitssymptome wären, würde es länger dauern, bis Sie wieder auf die Behandlung ansprechen. Die kurzfristige Reaktion der Symptomatik auf die Behandlung weist auf ein Absetzproblem hin.
3. Es ist durchaus möglich, dass sich ihre Absetzsymptome mit den Symptomen ihrer eigentlichen Krankheit überlappen. Beides enthält Elemente von Unruhe, Angst und Depressionen. Ebenso oft treten beim Absetzen aber auch völlig neue Symptome auf wie: kribbelnde Gefühle, elektrische Schocks, Schmerzen und ein grippeähnliches Gefühl.
Joey
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Beitrag von Joey »

Hallo Linda,

habe das Infopaket intensiv gelesen und auch am Montag schon begonnen, Zoloft auszuschleichen. Habe dazu zunächst die Dosis von 50 mg um 25% auf 37,5 mg reduziert. Dies zunächst durch 3/4-ung der Tablette, seit gestern habe ich Zoloft Lösungskonzentrat entsprechend dosiert eingenommen.

Frage: Hälst du aufgrund meiner Erfahrungen vom Januar die Reduktion von 25% für den Anfang zu groß? Bis auf eine erträgliche Grundmüdigkeit und ab und an Hitzewallungen geht es mir im Moment gut.
Und wo finde ich nähere Informationen zu Absetztproblemen speziell bezogen auf Zoloft. Die meisten Beiträge beziehen sich ja auf Paroxetin. Oder ist Zoloft da sehr ähnlich?

Danke.

Grüße Joey
Linda
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Zoloft Info

Beitrag von Linda »

Hallo Joey, hier ist ein Link auf eine englischsprachige Zoloft-Site. Ich hatte mich am Anfang mit den Betreibern auch in Verbindung gesetzt, sie waren sehr hilfreich.

http://www.zoloft-side-effects-lawyer.com/default.htm

Ich weiß nicht, wie es bei Dir mit dem Englisch aussieht, falls Dich etwas besonders interessiert, kann ich Dir das übersetzen.

Die Halbwertszeit von Zoloft ist 26 Stunden, etwas länger als Seroxat aber kürzer als Cipramil. Das heißt, Zoloft verhält sich ähnlich wie alle anderen SSRIs auch. Ich gehe selber nochmals auf die Site und schaue, ob ich Dir ein paar Infos herauspicken kann.

Re: die 25%ige Reduktion - ich würde einfach mindestens 2 Wochen abwarten, wie es Dir geht. Es ist beim Absetzen sehr wichtig, dass man sich über längerer Zeit stabil und wohl fühlt, bis man den nächsten Schritt macht. Wenn es Dir jetzt gut geht, ist das schon ein gutes Zeichen. Wichtig ist auch, dass man sich bewußt ernährt, genügend Schlaf bekommt und sich nicht überanstrengt. Du könntest Dir überlegen, die Omega-3 Fischöle zu nehmen. Anne hat dazu einen Beitrag übersetzt, der auch auf der Homepage ist. Wenn es Dir plötzlich schlechter geht, setze Dich bitte gleich mit uns in Verbindung.

Also, das wär's für heute, ich melde mich morgen nochmals, wenn ich wieder etwas Neues über Zoloft von der Site habe. Bis dann, liebe Grüße

Linda
Joey
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Beitrag von Joey »

Hallo Linda,

danke für die schnelle Antwort.

Das mit der Übersetzung klappt bei mir weitestgehend, aber Danke für das Angebot.

Kennst Du eigentlich einen Arzt, der im Raum Frankfurt/Main praktiziert und sich mit der Absetzproblematik rund um SSRI auskennt?

Liebe Grüße und bis später

Joey
Linda
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Schön wär's!!

Beitrag von Linda »

Hallo Joey,

Ich kenne KEINEN Arzt, der sich damit auskennt! Sie leugnen alle, das es sowas gibt. Ich verstehe das auch nicht. Die Ärzte glauben einfach die Aussagen der Pharmaindustrie, die jetzt erst gezwungen wird einzuräumen, dass Menschen beim Absetzen der SSRI zum Teil horrende Symptome entwickeln können. Wie ich heute schon in meiner Nachricht an den Hippo sagte, traurigerweise machen die meisten Menschen in den englischen Foren den Entzug ohne jegliche medizinische Unterstützung. Es ist wirklich ein Skandal. Aber dafür haben wir diese Site, um Informationen anzubieten, wir wollen an die Medien gehen und bald an die Politiker, sobald unsere Gruppe etwas größer wird. Meine Tochter Jessica hat das alles ohne ärztlichen Beistand durchstehen müssen. Ich werde hier bald meinen eigenen Erfahrungsbericht ins Forum stellen, da kannst Du lesen, wie teilweise die Ärzte mit einem umgehen. Warum wolltest Du zum Arzt? Hast Du irgendwelche Beschwerden?? Linda
Joey
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Beitrag von Joey »

Hallo Linda,

danke erstmal wieder für die prompte Antwort.

Bin heute den 4. Tag auf "Entzug" und mir geht es besser als die letzten Tage. Habe heute zum 1. mal wieder durchgeschlafen und fühle mich heute auch überhaupt nicht schlapp. Sollte es etwa aufwärts gehen, oder ist das nur ein "Zwischenhoch" ?

Die Frage wegen einem Arzt war er für den Fall der Fälle gedacht, falls halt mal was ist. Denn ich werde nächste Woche meinen Arzt mit der Realität konfrontieren und ich glaube nicht, dass danach das Verhältnis noch so ungetrübt sein wird.

Konntest du noch näheres über Zoloft herausfinden? Insbesondere spezielle Absetztpläne, oder sind die im Forum genannten ohnehin "allgemeinverbindlich"?
War es auch richtig auf Zoloft flüssig umzusteigen oder wäre es eher angebracht gewesen, auf ein anderes Präparat mit einer längeren Halbwertszeit umzusteigen?

Hoffe, ich nerve dich mit meinen vielen Fragen nicht allzu sehr...:)

Liebe GRüße

Joey
Linda
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Beitrag von Linda »

Hallo Joey, Du nervst überhaupt nicht - frage ruhig. Speziell zu Zoloft habe ich keine zusätzlichen Infos, die nicht allgemein im Internet vorhanden sind. Versuche mal mit Google selbst etwas zu recherchieren. Falls Du etwas findest, kannst Du es uns gerne weiterleiten!

Die Absetzpläne auf der Site sind meines Wissens die einzigen Pläne, die uberhaupt für SSRIs erstellt wurden. Sie sind allgemein gültig für alle SSRIs. Sie werden auf allen SSRI-kritischen Sites im englischsprachigen Raum veröffentlicht und gelten als die sicherste Methode, SSRIs abzusetzen.

Das "Umsteigen" auf eine flüssige Forum des Medikaments ist, dass man kleinere Reduktionsschritte machen kann. Es ist einfach schwierig, Tabletten so zu verkleinern, dass man eine gleichmäßige Dosis erhält.

Es ist immer besser, das Medikament, dass man eingenommen hat, langsam abzusetzen. Das Umsteigen auf ein anderes Medikament sollte nur in Betracht gezogen werden, wenn man große Schwierigkeiten beim Absetzen hat und es anders nicht hinbekommt.

Da Du aber scheinbar bisher keine große Probleme hattest, würde ich keinesfalls auf ein anderes Medikament umsteigen.

Bin auch gespannt, was Dein Arzt zu sagen hat.

Liebe Grüße

Linda
Gesperrt