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Artikel: SSRI-Behandlung durch Ausschleichen beenden um Entzugssyndrome abzuschwächen

Eine Sammlung von Artikeln, die über wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Hintergründe der Behandlung von seelischen Leiden mit Psychopharmaka berichten.
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Murmeline
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Artikel: SSRI-Behandlung durch Ausschleichen beenden um Entzugssyndrome abzuschwächen

Beitrag von Murmeline » Samstag, 08.06.19, 23:11

The Lancet Psychiatry PERSONAL VIEW| VOLUME 6, ISSUE 6, P538-546, JUNE 01, 2019
Published: March 05, 2019
DOI: https://doi.org/10.1016/S2215-0366(19)30032-X

Artikel: Tapering of SSRI treatment to mitigate withdrawal symptoms (SSRI-Behandlung durch Ausschleichen beenden um Entzugssyndrome abzuschwächen)
Autoren: Mark Abie Horowitz, PhD, Prof David Taylor, PhD

Hinweis: Autor David Taylor hat selbst Erfahrungen mit einem Absetzsyndrom über sechs Wochen:
https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... or#p165437

Übersetzung der Zusammenfassung
Original: https://www.thelancet.com/journals/lanp ... nformation

Alle Arzneimittelklassen, die zur Behandlung von Depressionen verschrieben werden, sind mit Entzugssyndromen assoziiert. Das SSRI-Entzugssyndrom tritt häufig auf und kann schwerwiegend sein und Patienten dazu zwingen, ihre Medikamente erneut einzunehmen. Obwohl das Entzugssyndrom vom Wiederauftreten der zugrunde liegenden Störung unterschieden werden kann, kann es auch mit einem Wiederauftreten verwechselt werden, was langfristig zur Einnahme unnötiger Medikamente führt.

Die Leitlinien empfehlen einen kurzen Absetz-/Ausschleichprozess (zwischen 2 und 4 Wochen) bis hin zu therapeutischen Minimaldosis oder halben Minimaldosis vor dem vollständigen Absetzen. Studien haben gezeigt, dass diese Reduktionen gegenüber einem plötzlichen Absetzen nur minimale Vorteile aufweisen und von den Patienten häufig nicht toleriert werden. Über einen Zeitraum von Monaten und mit Dosierungen, die viel niedriger sind als die minimalen therapeutischen Dosen, haben sich größere Erfolge bei der Reduktion/Vermeidung der Entzugssymptome gezeigt. Andere Arten von Medikamenten, die mit einem Entzug assoziiert sind (wie Benzodiazepine) werden ebenfalls ausgeschlichen, um ihre biologische Wirkung an Rezeptoren um bestimmte Einheiten zu verringern, um Entzugssymptome zu minimieren. Diese Dosisreduktionen werden mit exponentiellen Reduktionsschritten durchgeführt, die sehr kleine Dosen erreichen. (Hinweis: eine exponentielle Reduktion ist beispielsweise die Reduktion um immer 10% der letzten Dosis, die Dosisschritte werden dadurch kleiner). Diese Methode könnte für das Ausschleichen von SSRIs relevant sein.

Wir untersuchten die PET-Bildgebungsdaten der Belegung des Serotonintransporters durch SSRIs und fanden heraus, dass eine hyperbolische Reduzierung der SSRI-Einnahmemenge deren Wirkung auf die Serotonintransporter-Hemmung auf lineare Weise verringert. Wir schlagen daher vor, dass SSRIs hyperbolisch (Hinweis: das ist irgendwas mathematisches :whistle: )und langsam auf Dosierungen reduziert werden, die weit unter denen der therapeutischen Minimaldosis liegen, entsprechend den Reduzierungsschemata für andere Medikamente, die mit Entzugssymptomen assoziiert sind. Entzugssymptome werden dann minimiert.

Murmeline
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Re: Artikel: SSRI-Behandlung durch Ausschleichen beenden um Entzugssyndrome abzuschwächen

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 04.07.19, 21:52

Hier eine Antwort aus den Niederlanden auf den o.a. Artikel.

Es scheint dort eine „Discontinuation of Antidepressants Taskforce“ zu geben mit Vertretern dieser Organisationen:
Dutch college of General Practitioners, the Royal Dutch Pharmacists Association, the Dutch Association for Psychiatry, and the patient organisation MIND

https://www.thelancet.com/journals/lanp ... etoc_email

Info Dokument der TaskForce:
https://www.thelancet.com/cms/10.1016/S ... d/mmc1.pdf

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