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 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

psyab.net: wichtige Informationen für neue Teilnehmer


Die öffentlichen Beiträge auf adfd.org bleiben erhalten.

Bereits registrierte Teilnehmer können hier noch bis Ende 2022 weiter in den privaten Foren schreiben und PNs austauschen, aber es ist kein aktiver Austausch mehr vorgesehen und es gibt keine Moderation mehr.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.


Gladem nach 10 Jahren absetzen

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
Gesperrt
Isabell
Beiträge: 4
Registriert: 13.10.2008 20:15

Gladem nach 10 Jahren absetzen

Beitrag von Isabell »

Hallo Zusammen,
ich finde es schön das ich dieses Forum gefunden habe und ich Fragen an andere oder ich vielleicht auch Hilfe von anderen bekomme.
Ich bin weiblich, 30 Jahre und habe seit 1997 Angst- und Panikattacken. Pflanzliche Mittel halfen mir damals nicht, so bekam ich 1998 das Antidepressiva Gladem (täglich 100 mg) bis heute, es hilft mir! Da ich langsam auch mal an die Familienplanung denke sollte ich langsam mal von dem Medikament wegkommen. Ich hab es ca. 10 - 12 Wochen mit einer Tablette (50 mg) ausgehalten und danach war ich wieder sehr ängstlich und jetzt nehm ich wieder meine 100 mg. Ich hoffe das es nur Absetzsymptome waren und nicht die alte Krankheit von 1997 wieder hochkommt. Was meinen Sie, handelt es sich nur um Absetzsymptome oder ist es die alte Krankheit wieder? Kann ich es schaffen nach 10 Jahren Gladem ganz wegzubekommen und wenn nicht kann man auch mit Gladem Schwanger werden oder ist das nicht ratsam?
LG
Isabell
Ulrich

Re: Gladem nach 10 Jahren absetzen

Beitrag von Ulrich »

Hallo Isabell willkommen im Forum!

Ich denke Du hast viel zu schnell 50mg abgesetzt.
Man muß sich unbedingt Zeit und in so kleinen Schritten wie möglich zum Absetzen geben zb. 80mg Pause 60mg Pause 40mg Pause bei Auftreten von Angst und Stimmungsschwankungen wieder auf die vorherige Dosis gehen wo es noch gut ging zb. 60mg auf 80mg und abwarten. Es ist auf jeden Fall besser ohne
Gladem schwanger zu werden! Nur gibt es natürlich auch Betroffene die unter Medikamenten schwanger werden, hier muß eine sehr engmaschige Kontrolle mit dem behandeltem Arzt stadtfinden, es kann auch beim Kind nachher zu Absetzerscheinungen kommen. Google mal unter Setralin und Schwangerschaft!


Bei Gladem ( Setralin ) wird darauf hingewiesen siehe Anhang!
AnhangAbsetzerscheinungen nach Beendigung der Behandlung:
Nach Beendigung der Therapie treten häufig Absetzerscheinungen auf, besonders wenn das Absetzen von Sertralin abrupt erfolgt. Diese Absetzerscheinungen sind nicht damit gleichzusetzen, dass das Arzneimittel suchterzeugend wirkt oder zur Abhängigkeit führt. Die Gefahr von Absetzerscheinungen kann von verschiedenen Faktoren abhängig sein, einschließlich der Behandlungsdauer und Dosierung und der Geschwindigkeit der Dosisreduzierung. Es wurde über Schwindel, Empfindungsstörungen (einschließlich Kribbeln in Armen und Beinen und Stromschlaggefühl), Schlafstörungen (einschließlich intensiver Träume), innere Unruhe oder Angst, Übelkeit/Erbrechen, Zittern, Verwirrtheit, Schwitzen, Kopfschmerzen, Durchfall, Herzklopfen, Gefühlsschwankungen, Reizbarkeit und Sehstörungen berichtet. Die meisten dieser Symptome sind im Allgemeinen leicht oder mittelgradig ausgeprägt, können jedoch bei einigen Patienten auch stark ausgeprägt sein. Sie treten normalerweise innerhalb der ersten Tage nach Ende der Behandlung auf, aber in sehr seltenen Fällen wurde von solchen Symptomen nach unbeabsichtigtem Auslassen einer Dosis durch den Patienten berichtet. Im Allgemeinen sind diese Symptome begrenzt und klingen innerhalb von zwei Wochen von selbst ab, auch wenn sie bei einzelnen Personen länger andauern (zwei bis drei Monate oder länger nach Ende der Behandlung). Es wird daher empfohlen, die Behandlung mit "Gladem 100mg Filmtabletten" ausschleichend durch schrittweise Verringerung der Dosis über einen Zeitraum von mehreren Wochen oder Monaten, je nach Bedarf des Patienten, zu beenden. Wenn nach einer Dosisverringerung oder Absetzen des Arzneimittels stark beeinträchtigende Absetzerscheinungen auftreten, sollte erwogen werden, die zuletzt eingenommene Dosis erneut einzunehmen, um diese dann nach Anweisung des Arztes in nun jedoch kleineren Schritten zu reduzieren
mücke
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Re: Gladem nach 10 Jahren absetzen

Beitrag von mücke »

Hallo Isabell

Nach 10 J. Einnahme von Gladem ist es ratsam viel, viel langsamer zu reduzieren.
50 mg sind definitiv zu viel.

Sertralin gibt es auch in flüssiger Form. Das wäre eine Möglichkeit um langsam abzudosieren.
Kann ich es schaffen nach 10 Jahren Gladem ganz wegzubekommen und wenn nicht kann man auch mit Gladem Schwanger werden oder ist das nicht ratsam?
Eine Schwangerschaft unter einem SSRI finde ich nicht gut. Schau mal Infobereich nach. Da steht einiges darüber.

Gruss Mücke
Isabell
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Re: Gladem nach 10 Jahren absetzen

Beitrag von Isabell »

Vielen Dank für die Ratschläge, muß ich mich da an meine Hausärztin wenden das ich das Sertralin flüssig möchte?
Das Gladem bekomm ich von der Krankenkasse nicht mehr es heißt jetzt Sertralin von Hexal (50 mg), wie viele Wochen sollte ich z.B. von 100 mg. auf 80 mg gehen (Wie lange soll ich 80 mg einnehmen bis ich weiter reduzier?)
LG
Isabell
mücke
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Re: Gladem nach 10 Jahren absetzen

Beitrag von mücke »

Hallo Isabell

Hast du das Sertralin in flüssiger Form bekommen?
Wenn ja, so würde ich an deiner Stelle in maximal 10 mg Schritten abdosieren und mindestens 1 Mon. beibehalten.

Gruss Mücke
Isabell
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Re: Gladem nach 10 Jahren absetzen

Beitrag von Isabell »

Hallo Mücke,
vielen Dank für Deinen Ratschlag.
War seither nicht mehr bei meiner Ärztin aber ich habe mir vorgenommen das ich erst Anfang nächsten Jahres wieder anfange das Gladem bzw. jetzt Sertralin von Hexal zu reduzieren, da mich das Absetzen wieder weit runtergebracht hat und mit der jetzigen Einnahme von 100 mg bin ich gerade stabil und möchte dann erst im Januar damit anfangen.
Dann könnte ich so gegen Oktober auf 0mg sein, wäre das dann ok von der Absetzgeschwindigkeit???
Vielen lieben Dank für eine Antwort
Isabell
Marsupilami

Re: Gladem nach 10 Jahren absetzen

Beitrag von Marsupilami »

Hallo Isabell,

wenn es um Psychopharmaka, also auch um die Flüssigvariante vom Sertralin geht, sollte immer ein Facharzt damit befasst sein. Allgemeinmediziner sind für die Verordnung von Pychopharmaka nicht ausgebildet. Es sei denn, Du hast einen Hausarzt, mit dem Du offen über das Absetzen reden kannst und der sich etwas auskennt, Psychiater leugnen die Absetzproblematik ja meist.
Was mich jetzt etwas verwirrt hat war, dass Du schreibst, das Mittel "helfe" Dir. Psychopharmaka können nicht wirklich eine Heilung bewirken, sie unterdrücken nur die Symptome, es kann also durchaus sein, dass diese nach dem Absetzen wieder auftauchen, denn die Ursachen wurden ja nicht bearbeitet.
Isabell
Beiträge: 4
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Re: Gladem nach 10 Jahren absetzen

Beitrag von Isabell »

Hallo Marsupilami,
mit meiner Hausärztin kann ich darüber reden und sie würde mir auch dabei helfen mit dem Absetzen.
Ich war bzgl. meiner Angstsymptome in ettlichen ambulanten Therapiesitzungen. Ich weiss wie ich mich verhalten soll, ich muß in die Angstsituation rein gehen und sie nicht vermeiden, aber da bin ich immer wieder ängstlich und renne weg wenn ich Panikattacken bekomme.
Die Psychopharmaka helfen in soweit das sie wie Du sagst die körperlichen Symptome dämpfen. Ich hoffe das es sich aber trotzdem nur um Absetzsymptome handelt denn wenn ich die Tabl. verringere und dann die Symptome wieder auftreten sind es doch meist Absetzsymptome.
LG
Isabell
Marsupilami

Re: Gladem nach 10 Jahren absetzen

Beitrag von Marsupilami »

Hallo Isabell,

ich stimmte Dir völlig zu, dass Psychotherapie auch nicht ein Wundermittel ist, das einem so hilft, wie man es sich vorstellt. Leider. Ich halte von Verhaltenstherapie persönlich überhaupt nichts, ich finde es ziemlich brutal, jemandem zu sagen, halte diese widernatürliche krasse Todesangst aus, aber das ist nur meine persönliche Meinung. Wenn das mit den Therapien so einfach wäre, würden ja nicht so viele Leute notgedrungen Tabletten nehmen.
Wenn die Symptome nach einer Reduktion auftreten und wieder verschwinden, wenn man wieder auf die Dosis hochgeht, bei der man die Symptome nicht hatte, deutet es auf Absetzerscheinungen hin.
Auf jeden Fall ist es sicher gut zu versuchen, ohne Tabletten auszukommen. Vielleicht findest Du ja doch noch mal eine Therapieform, die Dir weiterhilft, wenn Dir danach ist. Gut ist ja auf jeden Fall mal, dass Deine Ärztin hinter Dir steht und nicht die ganze Absetzproblematik leugnet oder Dich gar davon abhalten will.
Ich wünsche Dir gutes Durchhalten, lass Dich von Rückschlägen nicht entmutigen.
Samy

Re: Gladem nach 10 Jahren absetzen

Beitrag von Samy »

Hi miteinander ! Ich hatte mal einen Thera der hat sich immer gut ausgeschlafen bei jeder 2. Sitzung ! Einmal dachte ich jetzt schläft er gleich ein. Es wird halt gut Geld damit verdient :!: Gruß Samy
chiara63
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Re: Gladem nach 10 Jahren absetzen

Beitrag von chiara63 »

Hallo

so einen hatte ich auch mal! Allerdings hab ich mir das zweimal mitangesehen - und dann den Therapeuten gewechselt und der Krankenkasse diese Meldung gemacht. Ich hab das zwar nicht selbst bezahlt, aber ICH wollte Hilfe.

Zur Angst:

Angst ist IMMER zunächst etwas Positives! Gäbe es keine Angst, wären wir vermutlich schon längst von der Erdoberfläche verschwunden.
Stand in "Urzeiten" bspw. ein Riesentier vor uns, gegen das wir den Kürzeren ziehen würden, begannen unsere Körper, Adrenalin zu produzoeren. Und zwar nicht, damit wir schön viel Angst aushalten, sondenr, damit wir in der Lage waren, so schnell wie möglich und so kraftvoll wie nötig vor diesem viech davonzulaufen, um unser Leben zu retten! Also: Angst = LEbensrettend!

So - nun passierte es vielleicht mal in einem Supermarkt, dass ich umgefallen bin, dass mir plötzlich schlecht wurde, dass irgendeine peinliche Situation war. Die Symptome sind dabei sehr ähnlich gewesen: Wir fühlen uns grausam und wollen eigentlich nur weg - was passiert? Der körper meldet ans Gehirn: Adrenalin prodúzieren - das GEhirn produziert Adrenalin, der mensch spürt Angst, reagiert eigentlich sehr instinktiv, weil "urzieitgerecht" - und läuft weg.

Beim nächsten Spaziergang kommen wir an diesem Supermarkt vorbei und denken: Mist, da bin ich doch umgefallenn.....und was passiert? Die Gedanken werden ans Hirn weitergeleitet - das Hirn "kombiniert" : HIER war ANGST angesagt - und das gleiche Spiel geht von vorne los.

Geh ich jetzt drei Wochen nicht mehr in den Supermarkt, wird das Gleiche immer und immer wieder passieren. Bis der Körper irgendwann bereits reagiert, wenn der Supermarkt schon in "sichtbare Nähe kommt" - weil ich ja weiß, dass der Supermarkt gleich kommt und automatisch denke: "Gleich komm ich dran vorbei, gleich hab ich wieder Angst....."
. Was könnte also passieren? Ich meide nicht nur den Supermarkt, sondern jetzt auch den WEG zum Supermarkt.....usw,usw, usw. Und irgendwann wird es soweit sein, dass ich keinen Schritt mehr aus meiner Tür machen kann, ohne vor Angst zu sterben. Also werde ich versuchen, so wenig wie möglich das Haus zu verlassen - ergo werden die Gefühle immer stärker, FALLS ich es dann doch mal versuche, denn die Angst will uns doch eigentlich nur helfen! - oder aber ich verlasse das Haus gar nicht mehr!

So - jetzt hab ich mal so geschrieben, WARUM eine Verhaltenstherapie, die richtig durchgeführt wird, so wichtig ist! Und - sorry! - logsich ist es umso schwerer, je länger man dieser Angst ausgesetzt war, je mehr man damit zu tun hatte.

Da die meisten von uns erst nach Monaten oder sogar Jahren einen Therapeuten aufsuchen, weil sie selbst nicht mehr klarkommen, wird eine Therapie natürlich umso schwieriger und umso "brutaler". Denn DANN ist die Angst wirklich richtig schön, heftig "falsch" programmiert - und es braucht erstmal lange, um sie wieder in die "richtigen Schranken zu weisen" - und DNN noch mal lange, um uns selbst das wieder beizubringen.

Und weil die Angst ja in uns selbst produziert wird und doch eigentlich dazu da ist, uns das Leben zu retten, wird sie natürlich den Teufel tun, sich gleich zurückzuziehen, wenn wir so versuchen, uns mit ihr auseinanderzusetzen! Verdammt nochmal - das arme Ding will uns doch HELFEN!!!! Also "zieht sie natürlich allle Register", damit wir endlich kapieren, dass es uns verdammt schlecht geht, wenn wir versuchen, gegen diese "lebensrettende Angst anzukämpfen".

Naja - und je mehr ich dann sage, "ich mahc keine Verhaltenstherapie, weil sie so brutal ist", ich bleib lieber zuhause-desto schwierieger wird es - auch wenn das verdammt verständlich ist! Auch ich hab Angstzustände gehabt, dass ich meinte, ich könnte das nicht mehr ertragen und einfahc nur noch sterben wollte! Und diese dann IN einer angstauslösenden Situation auszuhalten..........

Nochmal so - jetz geht es noch weiter: Oftmals ist es aber so, dass eben diese "irrationale Angst" schon seit langen Jahren in uns "geschlummert hat" - denn bei den meisten Menschen, die mal eine peinliche oder unangenehme Situation erleben, entwickelt sich da nicht sofort eine Krankheit draus. Die vergessen das, sobald sie wiedre zuhause sind und denken nicht mehr darüber nach.
Bei uns AuPlern ist aber meistens irgendwann mal etwas oder etwas viel passiert, was Heftiges in uns ausgelöst hat - so heftig, dass wir damals keine Angst oder andere Gefühle zeigen durften, sonst wären wir gestorben - ob real oder "innerlich" bleibt dahingestellt. Also haben wir das gemacht, was wir am ehesten ertragen konnten: Alles GANZ fest in uns eingeschlossen und einen "Reißverschluss" drumgemacht, damit es nicht mehr aufgeht und uns wehtut.

Naja - und genauso irgendwann kann eben dann eine so winzige Situation im Supermarkt, beim Bäcker, im Auto - irgendwo! - diesen REißverschluss zum Aufgehen bringen - und wir wissen gar nicht mehr, WAS da eigentlich in dieser Tasche mit dem Reißvrschluss drin war......und weil wir das nicht wissen und nicht kennen, was da plötzlich los ist, bekommen wir Angst......und aus diesem Grund kann es durchaus sein, dass dann - selbst wenn wir gelernt haben, wieder in den Supermakrt zu gehen - irgendwann in der nächsten "komischen" Situation der Reißverschluss erneut aufgeht- und alles erneut von vorn passiert.

Und deshalb ist meine Meinung, dass es das Beste ist, zu lernen, MIT der Angst umzugehen, MIT ihr zu leben und seinen Tagesablauf zu gestalten, auch wenn es schwer ist, nach Möglichkeit NCHTS zu vermeiden - und dann zu sehen, ob da irgendwo eine "Tasche mit Reißverschluss" in uns ist - und ob es nötig ist, diese Tasche zu öffnen und die Dinge darin auszupacken!

so, das war meine bescheiden Meinung zum Thema Angst, Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologischer Therapie und Traumata.

Eine Therapie kann NUR funktionieren, wenn zum Einen die zwischenmenschliche Beziehung zwischen Thera und Klient "passt", zum anderen der Klient klar sagt, was er für Erwartungen hat und der Threa darauf eingeht - und zum anderen der Klient auch mitarbeitet, so gut es ihm möglich ist. ICH bin diejenige, die arbeiten muss - mein Therapeut kann Anstöße, Tipps, Ratschläge geben oder Lob verteilen.
Sobald ich in einer Therapie gespürt habe, dass es nicht läuft, aus welchen Gründen auch immer, war bei mir das GEspräch über diese Gründe und, wenn das nichts nutzte, der WEchsel angesagt. Gründe, warum es bei mir "nicht läuft", können übrigens auch die sein, dass ich nicht mit dem Thera klarkomme, das aber nicht offensichtlich merke und mich somit unbewusst "weigere", zu arbeiten :)

Liebe Grüße
Anja
Diagnose: redidivierende Depressionen, gen. Angststörung!

- Seit 1996 immer wieder auftretende, mitunter sehr starke Angstepisoden.
- 1996 erster Klinikaufenthalt, Einstellung auf saroten und Tavor.
- 1998 Tavorabhängigkeit, stat. Entzug.
- Von 1998 bis 2003 versch. Antidepressiva (Saroten, Zoloft, Fluoxetin, Remergil, Trevilor)
- Von 2003 bis 2006 ohne Psychopharmaka
- 2006 extremer Rückfall, erneut Einstellung auf AD, Trevilor und Lyrika.
- 2008 Umstellung von Trevilor (Nebenwirkungen) auf Cipralex. Von Ende 2008 bis 2010 ohne ADs.
- 2010 schlimmster Rückfall bisher. Stat. Aufenthalt von Aug/Ende Nov. Extreme NEbenwirkungen bei Cipralex (Angst, Übelkeit, Erbrechen), Umstellung auf Cymbalta, Remergil und Lyrika.
- Im Lauf von 2011 Reduzierung von Lyrika und Remergil, schließlich Absetzung von Remergil ohne Probleme.
- 2013 Versuch "cold Turkey" von Cymbalta, aber extreme Entzugserscheinungen (Übelkeit, Schwindel, Zittern, Träume, usw.) deshalb wieder Rückgang auf die vorige Dosis. Jetzt langsamer Entzug.
Stand: Anfang Juli 2013
Marsupilami

Re: Gladem nach 10 Jahren absetzen

Beitrag von Marsupilami »

Hallo,

Mir geht es hier immer darum, dass man meiner Meinung nach mit Therapieempfehlungen generell extrem zurückhaltend und vorsichtig umgehen sollte und dass man immer nur für sich und sein individuelles Krankheitsbild sprechen kann, aber nie für die Allgemeinheit, so schön es auch wäre, wenn die 3 anerkannten Verfahren für jeden das Optimale wären.
chiara63
Beiträge: 570
Registriert: 11.07.2008 22:30
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Re: Gladem nach 10 Jahren absetzen

Beitrag von chiara63 »

Marsu - ich hab weder verallgemeinert, noch irgendwelche Empfehlungen gemacht - ich sprach über die Angst - also mein Krankheitsbild - und ich bin der festen Überzeugung, wenn diese Krankheit vorhanden ist, hilft es nichts, die Psychopharmaka abzusetzen und dann einfach "wie vorher" weiterzumachen.
Aus irgendienem Grund bin ich ja zum Arzt und habe aus Verzweiflung zu MEdikamenten gegriffen - und nur, weil ich es geschafft habe, diese wieder abzusetzen, was ich richtig finde, ist diese ERkrankung noch lange nicht "unter Kontrolle", sondern wird vermutlich wieder ausbrechen. Und da ist eben die Frage, wenn ich nicht mehr zu Medikamenten greifen möchte, was mach ich dann`? Und - eben meiner Auffassung nach - ist das "Vermeiden" von Angstsituationen, auch wenn das "sich stellen" noch so hart ist, das Schlimmste, was man machen kann.

Ich akzeptiere auch jeden, der es anders sieht - aber ich habe eben die Meinung, dass sich dann nichts ändern wird - und meine Lebensqualität war erheblich eingeschränkt, als ich monatelang nicht mal mehr zum Briefkasten gegangen bin, aus Angst. Also wusste ich, dass ich zwei Möglichkeiten hatte: Entweder, mein Leben zuhause zu akzeptieren und dort das Beste draus zu machen, weil ich es nicht schaffte, mich der Angst auszusetzen (das aber wollte ich nicht!) - oder aber, mich ihr zu stellen.
DA ich am Anfang die Kraft nicht hatte, wählte ich eben eine Therapie - und "suchte" so lange, bis Therapeutin und ich "ein Team" waren - und dann merkte ich stück für Stück, dss ich es schaffen konnte.

Ich kann nicht sagen, dass es nicht wieder so passiert, wenn ich erneut einen Rückfall bekomme - aber ich hab eine ganze menge gelernt.

Lg Anja
Diagnose: redidivierende Depressionen, gen. Angststörung!

- Seit 1996 immer wieder auftretende, mitunter sehr starke Angstepisoden.
- 1996 erster Klinikaufenthalt, Einstellung auf saroten und Tavor.
- 1998 Tavorabhängigkeit, stat. Entzug.
- Von 1998 bis 2003 versch. Antidepressiva (Saroten, Zoloft, Fluoxetin, Remergil, Trevilor)
- Von 2003 bis 2006 ohne Psychopharmaka
- 2006 extremer Rückfall, erneut Einstellung auf AD, Trevilor und Lyrika.
- 2008 Umstellung von Trevilor (Nebenwirkungen) auf Cipralex. Von Ende 2008 bis 2010 ohne ADs.
- 2010 schlimmster Rückfall bisher. Stat. Aufenthalt von Aug/Ende Nov. Extreme NEbenwirkungen bei Cipralex (Angst, Übelkeit, Erbrechen), Umstellung auf Cymbalta, Remergil und Lyrika.
- Im Lauf von 2011 Reduzierung von Lyrika und Remergil, schließlich Absetzung von Remergil ohne Probleme.
- 2013 Versuch "cold Turkey" von Cymbalta, aber extreme Entzugserscheinungen (Übelkeit, Schwindel, Zittern, Träume, usw.) deshalb wieder Rückgang auf die vorige Dosis. Jetzt langsamer Entzug.
Stand: Anfang Juli 2013
Gesperrt