Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->

Dieses Forum ist rein privat und ehrenamtlich betrieben. Um unsere Unabhängigkeit zu gewährleisten, nehmen wir auch keine Spenden an.

Die meisten Beiträge sind für nicht angemeldete Besucher nicht einsehbar. Der Erfahrungsaustausch über das Ausschleichen von Psychopharmaka ist nur registrierten Mitgliedern zugänglich.

Wir sind ein Selbsthilfeforum. Wer sich registriert, um einen eigenen Thread zu eröffnen, entscheidet sich auch dafür, sich aktiv mit den bereitgestellten Informationen auseinanderzusetzen. Neue Mitglieder bitten wir daher, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten, die Grundlagentexte durchzulesen und anzueignen. Wer nach der Registrierung nur still mitlesen will, ist auch willkommen.

Wenn Du am Austausch teilnehmen möchtest, lies bitte bevor Du Dich registrierst, die Info für Neue und Interessierte:

Wenn Du Nebenwirkungen von den Medikamenten oder vom Absetzen hast, dann melde sie auf jeden Fall den öffentlichen Stellen.

Benzodiazepine absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Sammlung von Erfahrungsberichten mit Psychopharmaka.
Jamie
Moderatorenteam
Beiträge: 18896
Registriert: Montag, 04.02.13, 22:37

Re: Benzodiazepine absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Jamie » Sonntag, 04.08.19, 13:32

Hier ein Erfolgsbericht vom CURUBA :party2:

https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 59#p316826
hallo

wollte mal berichten wie es mir zur zeit geht.
bin ja nun ca. 16 monate weg von den benzos und mir geht es echt gut.habe auch kein verlangen nach dem benzorausch,sie werden auf der drogenszene auch kaum noch angeboten,die ärzte verschreiben sie nur noch minimal.
das ist für die die drauf sind aber keine vom arzt bekommen echt mist.

seit 6 wochen mache ich die hepatitis c therapie mit dem medikament maviret.nach 4 wochen schon lagen die viren unter der nachweisgrenze,von einst 1,1 millionen pro milliliter blut.8 wochen sind für die behandlung angesetzt,hoffe die hep. c ist dann endgültig weg :)
und das beste-nicht eine nebenwirkung!!
was für eine entwicklung zu der vorherigen therapie mit interferon.

wünsche euch alles gute weiterhin und viel kraft denen die noch mitten im entzug stecken.

lg.
matthias
Folgende Benut

Jamie
Moderatorenteam
Beiträge: 18896
Registriert: Montag, 04.02.13, 22:37

Re: Benzodiazepine absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Jamie » Sonntag, 11.08.19, 9:09

Bardina ist mit den Benzos aus Null und endlich wird der Schlaf auch wieder normaler :party2:

https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 60#p317980
Hallo
ich möchte heute von meinen Umgang mit Schlaf berichten:
Aufgrund verschiedener Ursachen konnte ich nicht mehr schlafen.
Die Neurologin vermutete die Psyche (Auswirkung des Todes meiner Freundin) die Orthopäden den Bandscheibenvorfall in der hws... ich denke beides und dazu noch eine Atlas Blockade.

Aufgrund dessen bekam ich zopiclon und es half. Ich war so dankbar.
Ich habe immer gerne und viel geschlafen und es war grausam als es nicht mehr ging.
Aber mein Gefühl sagte mir der Schlaf ist nicht vergleichbar mit dem vor zopiclon. Nicht so erholsam.... also habe ich direkt reduziert und bin bei 1,9 mg hängen geblieben.

Dann habe ich eine ambulante reha besucht und man empfahl mir diese Mini Menge weg zu lassen. Danach hatte ich Symptome könnte diese aber nicht zuordnen. Dann habe ich wieder angefangen erst mit zolpidem.. verschreibungsfehler dann wieder zopiclon. Ich war verzweifelt. Kannte mich selbst nicht mehr. War hoffnungslos, orientierungslos, traurig usw.
Als ich nach 9 Monaten auf 0 war ich froh und hatte auch Angst. Aber ich hatte zwischenzeitlich hier viel erfahren und gelesen.

Ich für mich habe immer gedacht ich muss schlafen wieder lernen wie ein Kind. Und ein Kind schläft auch erst mit einem Jahr .. bei Glück... durch. Unterstützung habe ich durch baldriparan, neurexan und calmvalera bekommen. Dieser Präparate nutze ich immer noch mal mehr mal weniger. Irgendwann werde ich auch diese los sein.

Jetzt 2,5 Jahre nach 0 ist der Schlag wieder besser. Wieder tiefer und erholsamer. Ich werde noch oft wach aber schlafe wieder ein. Achte auf regelmäßigen Rhythmus und Ruhe. Es besucht sehr lange Zeit aber in Mini Mini Schritten wird es besser. Habt Vertrauen in euren Körper und die Zeit.
Lieben Gruß

Annanas
Moderatorenteam
Beiträge: 6841
Registriert: Montag, 25.01.16, 19:41

Re: Benzodiazepine absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Annanas » Donnerstag, 19.09.19, 14:40

Helmut hat Bromazepam erfolgreich abgesetzt:
Helmut65 hat geschrieben:
Donnerstag, 19.09.19, 8:09
ein Hallo an alle ADFDler,

möchte mich mal wieder melden um euch kurz meine Erfahrung zu meinen Benzoentzug mitzuteilen. Bin jetzt seit 2 1/2 Monaten Benzofrei.
momentan nehme ich keine Medikamente. nicht mal eine Schmerztablette. Trotzdem noch Probleme. An manchen Tagen ein innerliches vibrieren
und ein Klopfen im Kopf. Das hält immer so ca. 1-2Tage an. Dann verschwinden die Symptome genau so wie sie gekommen sind. An den anderen
Tagen bin ich wiederrum so gut wie beschwerdefrei. ich fühle mich so weit ganz gut. Die Symptome lassen sich sehr schwer erklären und in Worte fassen. Die Begriffe Wellen und Fenster passen da gut. die Zeit mit Wellen geht es mir nicht so gut und die zeiten wo sich ein Fenster öffnet geht es mir besser. Leute die ähnliche oder gar die gleichen Probleme haben sage ich, Durchhalten. Es kommt sicher der Tag an dem sich das Fenster für uns
nicht mehr schließt. ich bedanke mich bei euch allen hier im Forum für die Unterstützung, Tips und Anteilnahme. macht weiter so. schön daß es so ein Forum für Betroffene gibt. vielmal wird man von den Ärzten nicht ernst genommen. Sie sollten mal hier ein bisschen rumstöbern das würde ihnen
nicht schaden. auf der anderen Seite haben Sie kaum noch Zeit mal ein intensives Gespräch mit einen Patienten zu führen. ich werde des öfteren im Forum rein schauen um Erfahrungen auszutauschen.
vielen Dank an Euch noch mal.

Liebe Grüße an alle
Helmut
Thread:https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=35&t=16388

Clarissa
Beiträge: 3415
Registriert: Sonntag, 24.08.14, 18:37

Re: Benzodiazepine absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Clarissa » Montag, 30.09.19, 10:09

Wahnsinn :party2: !

Ich bin direkt neidisch, was ich sonst versuche zu vermeiden.

Weiter alles Gute!

Clarissa
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:
inzwischen 65 Jahre alt.

seit Mai 2015 EU-berentet letztlich wegen der Entzugs/PP-Problematik, auch wenn die offiziellen Diagnosen anders lauteten :wink:

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Absetzen; reichlich Erfahrungen auch mit Psychotherapien - alles mit verheerenden Folgen!

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen über 5 Jahre frei von Medikamenten.
NR, keinerlei Alkohol und kaum Koffein, weil alles triggert.
"Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt. Streßvermeidung!

Leider nicht symptomfrei :( .

Mir haben falsches Leben, psychiatrische Therapien und besonders PP, allen voran die Benzos, viel Elend beschert. Ich werde nicht aufhören, auf die Gefahren von PP-Gebrauch hinzuweisen.

Katharina
Beiträge: 5336
Registriert: Samstag, 28.08.04, 22:24

Re: Benzodiazepine absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Katharina » Montag, 30.09.19, 12:21

Lieber Otterkopf !

Für mich fühlte es sich nach dem Entzug damals an:
" Gleich was jetzt ist ( ein drunter und drüber von allen Seiten )
Frei. "

Mit diesem 'Frei' - Gefühl konnte ich alles machen auf irgend eine Weise.

Ich wollte und will in meinen ganzen Leben
'nur' meine Ruhe haben.
Währende kann alles turbolent sein.

Meine Ruhe bedeutet für mich, in der Unabhängigkeit zu sein. Alles andere krum und schief, geht dann.
Auch wenn es krumm und schief bleibt, es lässt sich für mich gut leben.
Ich blieb in Chaos was ohne Deckelung aufkam, unabhängig
10 Jahre keine Medikamente da ich gesund blieb,

(keine Antibiotika Notwendigkeit oä
außer einer oder zwei Tabletten auf die Hand (!)
nach dem Zähneziehen.)

Das war 'meins': Unabhängigkeit,

da lebt es sich gut mit
gleich wie krumm es da draußen ist
nichts ist gerade und niemals etwas fix.

Super !

Gruß, Katharina
► Text zeigen

Berlin-2013
Beiträge: 1147
Registriert: Dienstag, 05.11.13, 17:26

Re: Benzodiazepine absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Berlin-2013 » Montag, 30.09.19, 12:48

Hallo Otterkopf,

was würde ich dafür geben wenn meine körperlichen Symptome endlich mal aufhören würden.

Das du trotz der hohen Dosis so weit gekommen bist, das finde ich beeindruckend und zeigt allen das es funktioniert. Gratuliere dir :party2:

Toll was du geschafft hast und weiterhin viel Erfolg und LG
Off Topic
Viele Grüße und 2020 wird ein schönes Jahr
😍
FAZIT: Ich war viel zu schnell unterwegs und DAS hat alles verschlimmert und den Entzug dadurch unnötig verlängert!! :schnecke: besser ist ZEIT UND GEDULD beim Absetzen. Microtappering ist die beste und schonendste Variante!

Am 13. September 2019 sind es 5 Jahre nach 0 mg :party2: Die Heilung des ZNS ist leider erst zu 85 % erfolgt und da es bei mir nur langsam voran geht 🙄 kostet es mich sehr viel Kraft, Disziplin, Geduld und Willensstärke!

► Text zeigen

padma
Moderatorenteam
Beiträge: 20652
Registriert: Sonntag, 06.01.13, 17:04

Re: Benzodiazepine absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma » Montag, 30.09.19, 18:18

hallo, :)

ein Erfolgsbeitrag von Cavani, ihm geht es nach einem Kaltentzug von Alprazolam und Duloxetin nun wieder gut:
Guten Tag allerseits,
Lange ist es her, dass ich das letzte mal einen Beitrag verfasst habe oder im Forum aktiv war.
In dieser Zeit der Abwesenheit habe ich sehr gelitten ich ging jeden Tag durch die Hölle.
Es war grausam , das schöne ist ich kann heute sagen es WAR grausam also somit gehört es zur Vergangenheit.
Mir gehts es heute sehr gut.
90% der Symptome sind verschwunden, das interessante oder erwähnenswerte daran ist ich bemerkte es garnicht dass die Symptome verschwunden sind, erst nach einiger Zeit als ich mich selbst gefragt habe kamen mir gefühlt 12345678 symptome in den Sinn die ich heute nicht mehr habe und ich kann mich nicht einmal einfühlen wie sie sich angefühlt haben oder was ich gedacht habe es kommt mir heute so vor als hätte ich diese Symptome nie gehabt.komisches gefühl haha.
Suizidgedanken komplett weg ich bin so froh dass diese verfluchten Gedanken nicht mehr da sind.
Das einzige was ich heute noch habe ist diese permanente Derealisation/Depersonalisation.
Die geht mir übelst auf den Sack aber ich muss es akzeptieren .
Meine Formel = Akzeptanz + Zeit = Heilung
Ich habe nur noch fenster und wellen sind sehr sehr sehr selten geworden.
Ihr schafft das alle ich glaube an euch , ihr dürft niemals aufgeben.
Wenn ihr das überstanden habt dann gibt es nichts mehr aber wirklich nichts mehr auf dieser Welt , dass euch brechen könnte.
Ich bin so gewachsen an dieser Erfahrung ich kann nur für mich persönlich sprechen , dass es nichts mehr auf dieser Welt gibt das mich brechen könnte.
Diese Stärke, diese Energie , die sich 3 Jahre angestaut hat aber nicht raus konnte spuckt nur so aus mich aus.
Rückblicken kann ich sagen dass ich sogar froh bin diese Erfahrung gemacht zu haben , man schätzt das Leben viel mehr man geniesst das Leben in vollen zügen.
Macht euch bereit diese Zeit wird bei jedem von euch auch kommen.
https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 28#p326728

padma
Moderatorenteam
Beiträge: 20652
Registriert: Sonntag, 06.01.13, 17:04

Re: Benzodiazepine absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma » Mittwoch, 06.11.19, 11:20

hallo zusammen, :)

Spatz berichtet hier https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 28#p332728 über ihren erfolgreichen Entzug von Zolpiclon (Hochdosis) :party2:

liebe Grüsse,
padma

Murmeline
Moderatorenteam
Beiträge: 15584
Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50

Re: Benzodiazepine absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Murmeline » Freitag, 10.01.20, 15:28

Blue Eye hat geschrieben:
Freitag, 10.01.20, 15:24
Liebes Forum, liebe ADFDler,

Ein Frohes Neues Jahr wünsche ich Euch! :party2: Es sind jetzt bald zwei Jahre her, seitdem ich meinen letzten Post abgesetzt habe, aber es ist mir ein großes Bedürfnis Euch nochmal schreiben. Ich habe Tavor seit Januar 2018 erfolgreich abgesetzt und auch meine darauf folgende schwere ein Jahr andauernde (Entzugs-) Depression überwunden. Es geht mir heute wieder gut und gehe gestärkt und gefestigt aus dieser Zeit hervor. Es war ein langer, harter und leidvoller Weg, der mich und meine Angehörigen immer wieder an die Grenzen gebracht hat. Damals hätte ich hätte niemals geglaubt, dass ich das Leben heute wieder so genießen würde. Ohne das Forum, das daraus gewonne Wissen und Eure wertvollen und Mut machenden Ratschläge hätte ich es nicht geschafft! Deswegen möchte ich mich bei Euch bedanken und meinen Erfahrungsbericht mit Euch teilen.

:group:

Meine Botschaft an Euch.
BITTE GEBT NICHT AUF!! IHR KÖNNT UND WERDET ES SCHAFFEN!
DAS GEHIRN HAT UNGLAUBLICHE FÄHGIKEITEN SICH WIEDER NEU ZU ORGANISIEREN.
BENZOS UND ANTIDEPRESSIVA SIND KEINE LÖSUNG.
SUCHT EUCH EINEN GUTEN THERAPEUTEN UND RÄUMT EURE SEELE AUF.
MACHT VIEL SPORT!

Was geschah:
Wegen starker Schlafstörungen nahm im Dezember 2017, nur 3 Wochen 1-2 mg Tavor/ zur Nacht. Wirkte anfangs gut, jedoch schnell Entzugssymptome am folgenden Nachmittag wie ein Tremor im Zeigefinger, Seufzen, Weinerlichkeit, Unruhe. Deswegen setzte Tavor im Laufe des Januars 2018 ab. Als ich Ende Januar /2018 auf Null war kam es zu

1) Massiven Absatzsymptomen wie Bewegungsunruhe, Akathasie, Freezings (plötzliche Bewegungsblockaden vor Treppen etc.), Wut/Agitiertheit, das Gefühl den Verstand zu verlieren, hysterische Anfälle, Schreien, Sprachstörungen, Denkblockaden, Orientierungslosigkeit, Verbigeration (Aneinanderreihung und endlose Wiederholung sinnloser Silben und Wörter)

2) Schwere Entzugsdepression: Kein Antrieb mehr, starkes Morgentief, Gefühllosigkeit, kann nicht weinen mittags Schwindelgefühle, nachmittags verzweifelt, abends häufig besser. Ich jammerte sehr viel, hatte große Schuldgefühle, Angst und große innere Unruhe. Konnte nicht mehr alleine sein und muss ständig mit irgendwas beschäftigt sein ("Agitierte Depression")

Meine weitere Behandlung
Mai 2018: Aufgrund der Schwere der Symptome glaubte ich, dass eine einfache psychosomatische Klinik nicht ausreichend war und wies mich selbst in die Psychiatrie ein. Ich hielt mich selbst für schizophren, was nicht der Fall war und mir auch seitens verschiedener Ärzte immer wieder bestätigt wurde. Die angenehme Atmosphäre in der Klinik und die Gespräche und er Austausch mit den Mitpatienten wirken stabilisierend auf mich, aber ich hatte immer noch eine schwere Depressionen. Nach 4 Wochen stieg der Druck, es doch endlich mal mit Antidepressiva zu versuchen. Kurz nach der Einnahme von Antidepressiva (SSRI) zunächst erhöhter Antrieb und Unruhe doch nachts dann Brennen der Fußsohlen, erhöhter Puls, das Gefühl "Feuerwasser" läuft durch meine Adern, starkes Schwitzen, Dumpfheit und Wortfindungsstörungen, konnte keinen klaren Satz mehr sprechen, Gefühllosigkeit. Als Gehirn- und gefühlsloses Monster will ich nicht leben!! Ich entließ mich nach 5 Wochen selbst aus der Klinik - rückblickend die richtige Entscheidung. Doch wie weiter?

Juni 2018: Eine gute Therapeutin gefunden, die mir meine Schuldgefühle genommen hat und mir wie ein Coach dabei geholfen hat, mein Leben neu zu organisieren. Parallel dazu Beginn einer Hypnosetherapie. Der Therapeut hat es geschafft, mich wieder mit den gesunden Anteilen meiner Psyche in Verbindung zu bringen. Unter Hypnose fühlte ich mich glücklich und gesund. Die Psyche hat einen großen Einfluss und kann das Gehirn gestalten!

Juli 2018: Ein unabhängiger Gutachter (Professor der Neurologie) bestätigt, dass die Lorazepam-Absatzsymptome bis zu 2 Jahre anhalten können! Endlich mal jemand, der die Wahrheit sagt! Ich muss nur Geduld haben... :schnecke:

August 2018: Die Verbigeration geht langsam in Zwangsgedanken über. Ich muss nicht mehr immer die gleichen Sätze sprechen, sondern ich denke mir "nur noch" verrückte zusammensetze Wörter aus, die alle mit dem gleichen Buchstaben anfangen

September 2018: Es gibt immer mehr Tage am Stück, an denen ich mich wieder "normal" fühle, aber leider auch immer wieder mal Rückfälle, vor allen Dingen, wenn ich mich über etwas aufrege. :evil:

Oktober 2018: Der Durchbruch !! durch 2 Maßnahmen
1) Ich nehme Hormone (Östrogenpflaster), die Weinanfälle hören endlich auf. Habe die Hormone nur wenige Monate genommen, aber es war eine Initialzündung für mich. Ich nehme heute keine Hormone mehr nur noch frei verkäufliche Nahrungsergänzungsmittel wie 5-HTP und Tryptophan.
2) Ich schreibe einen Aufsatz über das menschliche Gehirn. Diese Aufgabe sich hatte meine Therapeutin für mich ausgedacht, um mein Gehirn zu beschäftigen und aufgrund meines starken Interesses an Neurophysiologie. Durch die Beschäftigung komme ich zur Ruhe, ich grüble nicht mehr soviel, Gleichzeitig bekomme ich Zuversicht, dass ich doch noch einen Beruf ausüben kann.

November / Dezember 2018. Weitere Stabilisierung, ich gehe wieder auf die erste Party unter Leute. :party:
Januar -März 2019: Berufliche Wiedereingliederung seit April 2019 wieder full time im Job :fly:
Heute Januar 2019: Erfolgreich im Job, genieße das Leben und Zusammensein mit Freunden, Spaziergänge in der Natur, Sport, Spiritualität

Es ist nichts geblieben! Alle Symptome sind wieder verschwunden und die Lebensfreude ist wieder da! Außer ok, mein Kurzzeitgedächtnis lässt mich manchmal in Stich, ich verlege manchmal Dinge und kann nicht mehr so gut Multi-Tasken. Aber das schiebe ich jetzt mal aufs Alter. :haha:

Ich danke, meinem Partner, der mich in dieser furchtbaren Zeit nicht verlassen hat und mir immer zur Seite stand :hug: und meinen Freunden, die mir mit Rat und Tat zur Seite standen und mich im Glauben gestärkt haben. Ich danke meiner inzwischen verstorbenen Mutter, die in dieser schweren Zeit unendlich stark war, mich immer wieder aufgebaut hat und mich als "spannendes Gehirn-Phänomen" sah. Ich danke dem Forum, ohne das ich nicht den Mut gehabt hätte meinen eigenen Weg zu gehen und den Therapeuten, die mich behutsam wieder zu einem gesunden Menschen aufgebaut haben. Und last but not least meinem Arbeitgeber, der ein Jahr auf mich gewartet hat. Das Zusammensein mit den Kollegen tut mir sehr gut. :pillowtalk:

Ich sehe positiv in die Zukunft und ein gesundes Jahr 2020. Das wünsche ich Euch allen von Herzen <3

Murmeline
Moderatorenteam
Beiträge: 15584
Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50

Re: Benzodiazepine absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Murmeline » Montag, 10.02.20, 17:48

Anjalena hat geschrieben:
Montag, 10.02.20, 16:33
Hallo Ihr Lieben,

Nun habe ich es geschafft nach über 2 Jahren das Tavor abzusetzen ..Ich bin auf Null :party2: jääääh
Man bin ich froh...puhhh

Und ich scheine es wirklich losgeworden zu sein. Wow! In den letzen Wochen ging es mir besser, so mit Null Tavor!
Also ich hab bei 7,5mg Tavor angefangen und ich kann sagen...durch laaaangsames Absetzen ist dies möglich!

Vor meinem jetzigen Absetzversuch, bin ich ja in einer Klinik zum Absetzen. Dort wurde mir ja dieses Tavor innerhalb von 4 Wochen entzogen. Ich kann nur sagen..Katastrophe! Hab ja dann ganz schnell wieder und mehr... Tavor einnehmen müssen. Weil ich es nicht mehr aushielt. Jetzt nach mehr als 2 Jahren, langsames absetzen und mit Hilfe dieses Forums und meines Arztes hab ich es geschafft auf Null Tavor zu sein.
Und ich muss sagen...ich bin dadurch stärker geworden. Ich weiss nun, das ich meine Ängste ohne Tavor aushalten kann. Ja die Zeit hat mich stark gemacht.

Nun beschloss ich das Quetiapin anzugehen. Das letze Psychopharmaka das ich nehme!

Seit 01.02.2020. habe ich. 50mg Quetiapin weniger genommen. Bin also jetzt bei 200mg Quetiapin.
Das werde ich jetz 4-5 Wochen so beibehalten. Ich hoffe, das ich das nun auch noch los werde. Ich bin zuversichtlich. :roll:
Liebe Grüsse von Anjalena

padma
Moderatorenteam
Beiträge: 20652
Registriert: Sonntag, 06.01.13, 17:04

Re: Benzodiazepine absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma » Donnerstag, 19.03.20, 19:00

hallo zusammen, :)

Kekskatze hat Zopiclon erfolgreich abgesetzt :party2:
https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 51#p356351

liebe Grüsse,
padma

Murmeline
Moderatorenteam
Beiträge: 15584
Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50

Re: Benzodiazepine absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Murmeline » Dienstag, 24.03.20, 21:48

Eine Meldung aus den Weiten des Internets

Helene Davis
One year! It has been one year today since I took diazepam for the last time and I feel so good! It was miserable and horrific to go through #prescribedharm but, I am so much better now and I am free! I fought #benzos and I won!
https://twitter.com/the1stbug/status/12 ... 86496?s=21
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Antworten