zum Einstieg mal ein "kurzer" Abriss über meine "Leidensgeschichte": August 2008 Panikattacken im ersten Job nach dem Studium, ab zum Psychiater, ab Anfang Oktober Trevilor retard eingenommen, Anfangsdosis 75mg. Die "Einschleichphase" war die Hölle, zum ersten Mal in meinem Leben Suizidgedanken (und zwar mehr als einmal) gehabt, starkes Schwitzen, Schlaflosigkeit, extreeeeme Stimmungsschwankungen. In diese Zeit fiel dann auch noch das Ende meiner Beziehung nach 10 Jahren, Job war auch weg (Aufhebungsvertrag), und ich stand erstmal da ohne Job, ohne Wohnung aber dafür mit Panik und Suizidgedanken. Wie es ohne meine Familie weitergegangen wäre, mag ich mir gar nicht vorstellen. Irgendwann setzte dann die angstlösende Wirkung vom Trevilor ein, die Nebenwirkungen, die blieben, waren starkes Schwitzen, Akkomodationsstörungen der Augen, Mydriasis (starke Pupillenerweiterung), die Stimmungsschwankungen wurden weniger, aber mir war irgendwie auch alles egal und ich fühlte mich irgendwie benommen. Mein Psychiater meinte, dass wäre eine reaktive Depression und hätte nichts mit den Tabletten zu tun (genau herausfinden werde ich es wohl nicht...). Dosissteigerung auf 150 mg, keine weitere Verbesserung, Nebenwirkungen gingen nicht weg. Also Entscheidung: "Ausschleichen" in 12 Tagen, ab Tag 9 Citalopram einschleichen. Absetzerscheinungen heftig: starker Schwindel, extreme Seh- und Gedächtnisstörungen, Panikattacken kamen verstärkt zurück.
Im Januar bin ich dann in die Klinik gegangen. Sechs Wochen Klinikaufenthalt, Einstellung auf Cipralex 20 mg. "Einschleichphase" ähnlich wie beim Trevilor, verstärkt negative Gedanken, Suizidgedanken, zeitweise auch unbegründete Hassgedanken, die ich vorher nie hatte.
Das Cipralex hat zwar weniger Nebenwirkungen, aber auch hier: Akkomodationsstörungen, Pupillenerweiterung und das Gefühl, nicht ich selbst zu sein, das geht schon manchmal in Richtung "Verwirrtheit", und ständig hab ich das Gefühl, meine Umwelt nicht richtig wahrzunehmen und mich überhaupt nicht konzentrieren zu können und alles wie unter einer Glasglocke wahrzunehmen. In der Klinik hieß es, das sei eine dissoziative Reaktion auf belastende Erlebnisse und müsse durch Psychotherapie behandelt werden, das könne aber lange dauern bzw. das sei ganz typisch bei Depressionen. Mein Eindruck ist eher, dass es an den Medikamenten liegt. Seit einer Woche hab ich auf 15mg reduziert, heute zum ersten Mal 13 mg (hab mir Tropfen verschreiben lassen), und ich hab das Gefühl einfach ein wenig klarer im Kopf zu sein, auch wenn meine Stimmung so ein bis zweimal am Tag kippt. Die Sehstörungen sind auch weniger geworden. Laut meinem Psychiater gehöre ich wohl zu den wenigen (????) Menschen, die auf SSRI/SNRI sehr empfindlich reagieren. Für mich kann das nur heißen: So schnell wie möglich und so langsam wie nötig runter von dem Zeug. Achja, eine Psychotherapie mache ich auch, ob sie wirklich hilft, weiß ich auch nicht...
Viele Grüße an alle Lukas_cgn