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 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

psyab.net: wichtige Informationen für neue Teilnehmer


Die öffentlichen Beiträge auf adfd.org bleiben erhalten.

Bereits registrierte Teilnehmer können hier noch bis Ende 2022 weiter in den privaten Foren schreiben und PNs austauschen, aber es ist kein aktiver Austausch mehr vorgesehen und es gibt keine Moderation mehr.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.


Update Absetzbericht nach 9 Wochen ohne Cipramil

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
Gesperrt
Sven
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Update Absetzbericht nach 9 Wochen ohne Cipramil

Beitrag von Sven »

Hallo Leute :group: ,

hier mein update wie es mir geht.

Seit nunmehr 9 Wochen bin ich SSRI-trocken. Das erste mal seit 2,5 Jahren, dass ich weder ADs noch Johanniskraut nehme.
Die letzten 8 Wochen waren Horror, glaube meinen Tiefpunkt hatte ich letzte Woche Freitag, mal wieder Zwangsgedanken-Attacken
thema Suizid...
Aber ich bemerke seit 2 Wochen, dass es zu einer Art Achterbahnfahrt kommt: dissoziative Zustände, depressive, zwanghafte und Angstzustände wechselb sich mit Phasen ganz normaler
Zeitabschnitte ab, in denen ich wieder der Alte bin.

Das schöne daran ist, es hat den Anschein, dass die ,,normalen" Phasen irgendwie länger werden und der Nebel sich lichtet.
Trotzdem ists wie Achterbahnfahren: ich wache morgens auf und habe Horror, danach Depersonalisiere ich, dann habe ich Angst, nur um dann von einem auf den anderen Moment ,,Totalgeheilt zu sein, als wäre nie was gewesen! Ich bete dass das das Startzeichen meiner Genesung ist.Immerhin als Teilerfolg zu werten: erfreulicherweise ist meine Libido 100 % zurück (seit ca. 3 Wochen) und schlafen kann ich wieder zwischen 7 und 9 Stunden, ohne Alpträume oder verschwitztem Früherwachen... eine Wohltat, ab 22 Uhr werde ich wieder richtig müde !
Gestern habe ich zudem einen Urlaub in Thailand gebucht, Februar 3 Wochen, scheißegal wie mau es mir geht, ich ziehs durch.
Langsam kommt auch wieder die Lebensfrreude zurück, morgen will ich mal wieder alleine ausgehen, ohne Freundin, was für mich in den letzten halben Jahr nahezu undenkbar war, ich war abhängig und total verdattert!

Aber es ist noch zu früh um sich ,,richtig" freuen, gestern abend hatte ich wieder 3 Stunden eine miese Grübelphase mit Panik, gegen 19 Uhr war dann wieder alles normal. Es scheint als drehe sich der Kreis immer schneller und zwar in Richtung meines ursprünglichen Nervenstoffwechsels (Normalzustand). Ich bin sagen wir mal vorsichtig optimistisch. Wer kennt diese Art von Achterbahnfahrt der Launen, Ängste und seltsamen Gefühlen?

Ich bin mir immer unsicherer, ob Depresionen, Angststörungen und Depersonalisation von Medikamenten überhaupt ,,richtig" geheilt werden können. Glaube der Schlüssel zu unserer Gesundheit liegt bei uns selbst,
wenn man sich erstmal aufraft gegen seine Krankheit anzugehen, kann eine Heilung auch ohne Tabletten erfolgen. Passiv vor sich hin deprimieren bringt nur Verschlechterung und SSRI schlucken bedeutet eine kurze Auszeit, nach Beendigung fängt alles von orn an und wer Pech hat, muss mit Absetzerscheinungen leben.

Sollte ich die Sache überstehen, werde ich mein Lebtag nie wieder SSRI einwerfen. Aber wie sagt man so schön: sag niemals nie.

Sven
S
Oliver
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Beitrag von Oliver »

Hallo Sven.

Das klingt doch trotz allem Auf und Ab echt gut :)

Vor allem hast Du Hoffnung und eine immer klarere Sicht auf Deine Situation - das ist sehr viel Wert.

Alles Gute
Oliver
Linda
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Beitrag von Linda »

Hallo Sven,

so war es bei der Jessica und vielen anderen in den englischen Foren auch - diese "Fenster" werden immer länger und die schlechten Tage immer weniger. Das blöde ist, dass man oft in einer schlechten Phase das Gefühl hat, dass es nie besser wird. Vielleicht ist es hilfreich, sich die guten Zeiten zu notieren, damit man ein realistisches Bild davon hat, wenn man meint, es war nie besser und es wird nie besser! Für mich ist es klar so wie Du es so beschreibst, dass Du eindeutig auf dem Weg zur Besserung bist. Es ist bestimmt anstrengend, aber Du wirst sehen, dass sich alles - wenn auch nur schleichend - verbessert.

Halte uns auf dem Laufenden!

Linda
Rieke
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Beitrag von Rieke »

Hallo Sven,
ich kenne sie auch. Ich fahre auch Achterbahn, im Moment mehr unten als oben. Ob es bei mir immer noch Absetzprobleme sind, vermag ich fast nicht mehr zu glauben. Habe Ende Juli 2004 ad hoc (15 mg Citalopram) abgesetzt. Einnahme 2 Jahre. In der ersten Zeit nach dem Absetzen hatte ich viele gute Tage. Das, was ich jetzt durchmache, habe ich vor Ausbruch der sogenannten "endogenen Depression" nicht erlebt. Es ist zum Mäusemelken. Aber ich glaube, Du hast schon recht, helfen kann man sich nur selbst, auch wenn es viel Kraft kostet und die Umwelt es nicht verstehen kann, wie man sich fühlt. Ich bin am überlegen, ob ich mich nicht noch einmal in eine psychosomatische Klinik einweisen lasse, um dort noch einmal wieder aufzutanken, aber ohne AD.
Liebe Grüße
Rieke
Ab August 2002 20 mg Citalopram, erhöht später auf 40 mg
abgesetzt 9/2003
10/2003 15 mg Remergil
12/2004 wieder Citalopram 20 mg
reduziert bis Juli 2004 auf 15 mg
abgesetzt Ende Juli 2004, wegen schlimmer Panikatacke
ab Mitte August Johanniskraut 900 mg
Johanniskraut auch abegesetzt,
diverse homöopathische Mittel, Akupunktur
seit September 2005 Bachblüten
Rieke
Beiträge: 227
Registriert: 10.01.2004 11:42

Beitrag von Rieke »

Hallo Linda,
auch ich fahre wie Sven Achterbahn, im Moment bin ich mehr unten als oben. Ich bin jetzt 4 1/2 Monate ohne "Chemie". Ich kann es aber fast nicht glauben, dass es immer noch Absetzprobleme sind. Geholfen haben AD aber nie richtig.
Gruß Rieke
Ab August 2002 20 mg Citalopram, erhöht später auf 40 mg
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12/2004 wieder Citalopram 20 mg
reduziert bis Juli 2004 auf 15 mg
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Linda
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Wohnort: Ravensburg/N. Devon, UK
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Beitrag von Linda »

Hallo Rieke,

ich will niemanden entmutigen, aber es hat wirklich über ein Jahr gedauert, bis sich Jessica als "wieder normal" bezeichnen konnte. Gestern meinte sie, das ganze Geschehen und die Erlebnisse haben sie richtig traumatisiert. Es macht mich manchmal so wütend. Das Einzige, was ich Dir raten kann, ist abzuwarten - es bleibt einem schlicht und ergreifend auch nichts anderes übrig. Jessica hatte vor kurzem angefangen, Johanniskrauttee zu trinken und die Symptome, die sie während des Absetzens hatte, sind wieder aufgeflammt. Als sie den Tee weggelassen hat, waren sie wieder weg. Sie scheint wirklich noch diesbezüglich äußerst empfindlich zu sein. Vielleicht solltest Du versuchen, das Johanniskraut zu reduzieren oder wegzulassen, nicht jeder verträgt es, auch ohne SSRI.

Linda
SandraF
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Registriert: 24.05.2004 22:29

Beitrag von SandraF »

Hallo Linda,

meine Tochter hat mich gestern und heute auch wieder angesprochen und gefragt, ob sie nicht wieder SSRI nehmen kann. :( Ich war ganz niedergeschlagen.... :( Nimmt das Thema denn nie ein Ende oder hält eine gute Phase nie länger an? Sie nimmt jetzt seit ca. 9 oder 10 Wochen keine Cipralex mehr. Es ist auch so, dass sie manchmal besser gelaunt ist, und dann geht es ihr wieder schlechter. Sie nimmt ja auch die Johanniskrauttabletten, allerdings die v. Aldi. Über eine unangenehme Unruhe klagte sie vor ca. 3 Tagen auch..... Das hatte sie schon lange nicht mehr.
Ob sie die Johanniskraut auch lieber weglassen soll und nur die Passionsblumenkraut-Tabletten nehmen soll? Nachher geht es ihr dann schlechter..... :?:

Ich fühle mich manchmal schuldig, wenn es ihr schlecht geht... Dann frage ich mich, ob nicht vielleicht doch irgendein SSRI ihren Leidensdruck mindern würde. Sofort sperrt sich aber wieder in mir alles, wenn ich daran denke, die ganzen Nebenwirkungen, vielleicht (aber auch nur vielleicht) eine minimale Verbesserung der Zwänge, aber dafür so viele andere unangenehme Nebenwirkungen, allergische Reaktionen usw. . Meinst du es kann wirklich viele Monate (1 Jahr) dauern, bis sich keine Absetzsymptome mehr durch die Cipralex zeigen?

Liebe Grüße
Sandra
Rieke
Beiträge: 227
Registriert: 10.01.2004 11:42

Beitrag von Rieke »

Hallo Linda,
ich kann es fast nicht glauben, dass Johanniskraut den Kobold im Kopf aktivieren kann. Aber wenn ich so nachdenke, was im Moment aber gar nicht so einfach ist, haben sich meine Zwangsgedanken auch vermehrt, und das in übelster Weise, nach Einnahme des Johanniskrautes wieder eingeschlichen. Was meinst Du damit, dass ich diesbezüglich sehr empfindlich bin?
Liebe Grüße
Rieke
Ab August 2002 20 mg Citalopram, erhöht später auf 40 mg
abgesetzt 9/2003
10/2003 15 mg Remergil
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abgesetzt Ende Juli 2004, wegen schlimmer Panikatacke
ab Mitte August Johanniskraut 900 mg
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Linda
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Beitrag von Linda »

@Sandra

Ich meine es nicht nur, ich weiss es aus den englischen und amerikanischen Foren und auch aus persönlichen Gesprächen mit Betroffenen, die alles überstanden haben, dass es sogar länger als ein Jahr gehen kann, bis man sich endgültig davon erholt hat. Die Schwägerin meines Bruders hat sogar gemeint, dass sie erst nach 18 Monaten wirklich das Gefühl hatte, dass sie wieder "normal" wäre. Jessicas Mentorin in England, die Joanne, die selbst 9 Monate lang Absetzsymptome hatte, meinte auch, viele bräuchten gut ein Jahr, um sich ganz zu erholen. Das heißt natürlich nicht, dass es ein Jahr lang gleich schlimm ist, und es wird ständig besser.

Manche Menschen haben Glück und der Körper erholt sich schnell, andere nicht - das kann man einfach nicht wissen. Es ist wichtig sich vor Augen zu halten, dass es möglich ist, dass es einfach etwas dauert. Man sollte in einem Maßstab von Wochen und Monaten denken, nicht von Tagen. Geduld ist hier das Allerwichtigste - und das Allerschwerste. Das Beste ist es, dem Körper die Chance zu geben, selbst sein Gleichgewicht zu finden.

@Rieke
Probiere es doch einfach aus. Reduziere das Johanniskraut oder lasse es einfach weg und schaue, ob sich Dein Zustand verbessert. Nach der Einnahme von SSRI ist der Körper besonders empfindlich gegen serotonerg wirksame Substanzen.

Linda
SandraF
Beiträge: 258
Registriert: 24.05.2004 22:29

Beitrag von SandraF »

Hallo Linda,

danke für die Antwort. :)
ich habe meine Frage nicht ganz richtig gestellt :wink: , ich meinte eigentlich, ob die Absetzsymptome speziell bei Cipralex auch ein Jahr lang (oder länger)anhalten können.

Liebe Grüße
Sandra
Linda
Gründer
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Danksagung erhalten: 8 Mal

Beitrag von Linda »

Hallo Sandra,

Joanne nahm Cipramil. Jessica zum Schluss auch. Über Cipralex direkt weiss ich von nichts, das darauf hinweist, dass es bei diesem Medikament anders sein soll - leider .... Außerdem ist alles so individuell, man kann einfach keine globalen Aussagen machen. Das Schlimmste an allem ist, dass die Probleme immer noch geleugnet werden und deshalb wird viel zu wenig - eigentlich gar nicht - darüber nachgeforscht.

Ich hoffe, dass Ihr 2 die Kraft habt, nach anderen Lösungen für die Probleme zu suchen. Die SSRI scheinen noch mehr Probleme ausgelöst zu haben. Wie schaut's eigentlich mit Akupunktur aus?

Linda
Robert77
Beiträge: 50
Registriert: 02.06.2004 10:16

Beitrag von Robert77 »

ich für meinen Teil kann dir nur zustimmen was den Nutzen von SSRI betrifft..selbst wenn sie helfen sollten (und bei mir haben sie das nicht getan...lediglich durch das Syneudon -ist aber anderer Wirkstoff- hatte ich das gefühl wieder besser einschlafen zu können), was ist mit der Zeit danach? Gerade wir, die wir doch relativ empfänglich bzw. anfällig für solche "Geschichten" sind und uns relativ leicht außer Tritt bringen lassen, sollen die teilweise recht unlustigen Absetzphänomene locker wegstecken... das kann so nicht funktionieren. Finde ich zumindest.
ich will auch wieder normal werden...hab manchmal so einen selbsthass in mir, dass ich am liebsten :frust:
Kurz danach (meistens wenn ich drüber geschlafen habe) ist alles wieder :D und keine Probleme weit und breit.
Warum kann man nicht wieder wie früher sein...jetzt, zur Weihnachtszeit, hab ich mich als Kind total gefreut...im Moment überrumpelt mich alles.

Trotzdem , wünsch euch allen ein frohes Fest und nen dicken Sack! (voll mit Geschenken, natürlich)[/b]
Sven
Beiträge: 75
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Wohnort: Zürich

Beitrag von Sven »

Guten Morgen,

das Wochenende war wieder ein ziemliches Durcheinander: Freitag ging es mir gut bis abends 18 Uhr. Am Samstag morgen ging es mir so grausam, dass ich eine Tavor einschmeissen musste, ich hatte noch eine von 6 Stück, die ich innerhalb 9 Monaten aufgebraucht habe. Dann ging es. Ich habe mit meinen Eltern ein Haus angeschaut, dass wir kaufen wollten, da musste ich mit, egal wie mau es mir ging. Heute Morgen wieder die Angst vorm Tag, am liebsten im sicheren Bett bleiben, meine Freundin hat frei und ich wäre gerne bei Ihr geblieben, sie ist wohl das Einzigste was mir im Moment Kraft gibt und mich auf bessere Zeiten hoffen lässt. Dann wiederum war ich Samstag abend wie gesagt aus mir Freunden und für 2 Stunden hatte ich die ,,Krankheit " vergessen, habe dann nachts noch Boxen geschaut und habe ein Brot mit Heißhunger geveseprt (hört sich jetzt doof an, aber meistens ist es mir Kotzübel und ich esse um nicht zu verhungern, toll oder?). Scheinbar ist mein Zustand im Suff auszuhalten, schön. Nur der Suff macht Dich auch kaputt. Es ist schwierig zu sagen, ob dass, was ich gerade durchmache vom Cipramil kommt. Zwänge hatte ich schon immer und dissoziieren kann ich auch gut, halt typisch für ne mittelgradige Angststörung. Eine Depression und das Gefühl, dass alles in mir tot ist, dass habe ich erst seit dem 16. April diesen Jahres, ich habe den dritten Tag 20 MG Citalopram genommen und abends, es war 17 Uhr, waren ALLE!!! meine Emotionen weg, keine Angst, keine Freude, keine Garnichts, es war der lebendige Tod. Dann wurde es besser, aber ich kann seit dem keine echte Freude mehr spüren, nur manchmal in den ,,Fenstern". Ashnak (den ich dann persönlich mal anschreibe) hat das so gut beschrieben! Leben in einer Welt ohne Gefühle, wie als sei Watte um mich, als sei ein Teil von mir abgeblockt. Manchmal empfinde ich immerhin Trauer, und könnte losheulen, ich meine dass ist doch schon mal was. Meine Freundin will ein Kind, ich eigentlich auch, meine Eltern und wir wollen uns deshalb ein Haus kaufen, eigehtlich bin ich ein Glückspilz, aber in mir verweilt die gähnende Leere. Es könnte alles so schön sein. Ich bin jetzt 28, ein erwachsener Mann von 80 kg, durchtrainiert, früher hart im nehmen, positiv, Lust am Leben. Ich konnte mich über Kleinigkeiten freuen... jetzt bin ich ein Wrack, zwinge mich zum Arbeiten,
gammel auf dem Sofa herum, habe Angst aus dem Haus zu gehen, kann mich auf nichts mehr freuen. Dann die Unselbstständigkeit. Ich kann nicht allein Zuahsue sein, da rücken die Wände näher und mir kommen
grauselige Gedanken.
Nachts plagen mich Albträume in denen ich Nacht für Nacht sterbe, oder andere abgemurxt werden.
Meine Freundin (29) hat mir Ihr lieblingskuscheltier gegeben, wenn ich allein bin soll ich es nehmen und an sie denken. Und ich mach das auch noch, wie ein 4-Jähriger! Es ist etwas mit mir passiert und ich denke es war das Medikament. Ich überlege ob ich es wieder nehmen soll, oder Imipramin, oder soll ich mich einweisen lassen? Nur was hätte ich davon? Dann sehe ich Cati nicht mehr und auch meine Familie nicht mehr und ich glaube, dann wäre ich am Ende. So habe ich ja noch ein bischen das Gefühl von normalem Alltag.
Was ich auch nicht verstehe: ich bin hyperempfindlich geworden. Ich vertrage kaum noch Alkohol, und wenn ich dann 3 Radler trinke bin ich voll. Früher habe ich gerne Rotwein getrunken und es ging mir partymässig gut. Ich vertrage keine Cigarillos mehr, wenn ich rauche bekomme ich Angstzustände im Ausmaß einer Panikattacke. Alles was mir Spaß macht ist futsch. Ich kann noch nicht mal mehr Thriller gucken, wenn ich mich bei einer Szene erschrecke, bekomme ich Herzrasen und wenns dumm läuft Panik, super soll ich evtl. mein Kuscheltier mit ins Kino nehmen??? Johanniskraut vertrage ich auch nicht mehr, wenn ich 2 Tablette einnehme, bin ich auf 180 wie als wenn ich gekokst hätte, nur ohne das High! Und das hatte ich vorher nicht, weiss Gott. Ich fange an zu lamentieren und das mag ich nicht. Ich denke an meinen Vater der hat 2 Jahre lang eine schwere Depression gehabt, weil er im Büro gemobbt wurde. Und er musste arbeiten, denn meine Schwester war gerade ,,unterwegs". Damals, Mitte der 60 iger Jahre, waren Trizykla noch nicht so verbeitet und teuer. Man gab ihm
Valium, bis 100 MG am Tag, manchmal sagte er hat er nächtelang gegrübelt wie er sich am besten umbringen kann... und doch hat er die Depression überlebt, sogar mit Benzoentzug.
Er sagt es geht vorbei auch wenn es dauert, am Ende gewinne ich mein Leben zurück. In dem Sinne kämpfe ich weiter. Was er schaftt schaffe ich auch. In einem Lied von den Toten Hosen heissts ,, steh auf wenn Du am Boden liegst, steh auf es wird schon irgendwie weiter gehn..."
S
Uschi
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Beitrag von Uschi »

Hallo Sven,
Du schaffst das gib nicht auf!
Vieles das Du schreibst kommt mir sehr bekannt vor.
Ich habs auch geschafft auch wenn ich es manchmal nicht glaubte, irgendwann mal ohne Angst zu leben.
Das mit dem Kuscheltier kenn ich auch, ich habe ein Kuschelkissen!
Schon uralt und nicht mehr schön, aber ich habe es in meinem Bett immer dabei, selbst im Urlaub nehm ich es mit.
Und das mit 47! Für mich kein Problem!
:hug:

lieben Gruß an Dich Uschi
Depression mit Angststörung
2002 bis Nov.2005 Paroxetin zum Teil bis 40mg
Zahlreiche Absetzversuche, immer wieder gescheitert an heftigen Absetzsymptomen:
nun seit 24. Nov. 2005 ohne Paroxetin!
seit 09.01.05 600mg Laif ( Johanniskraut)
CloneX
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Beitrag von CloneX »

Hi Sven,

du packst das. Du hast ja selber gesagt es geht auf und ab. In den schlechten Phasen meint man allerdings es geht nie mehr auf.

Diese Überempfindlichkeit ist recht typisch für den Enzug. Ich würde an deiner Stelle auch auf Alkohol verzichten. Das mit dem Fernsehn und spannenden Filmen kenne ich auch. Als es mir ganz schlecht ging konnte ich nicht mal schnelle Bildwechsel vertragen, sonst ging es mir sofort schlechter.
Linda
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Beitrag von Linda »

Hallo Sven,

möchte nur kurz unterstreichen, was CloneX meinte. Sensorische Überempfindlichkeit ist typisch für den Entzug. Es wird schon werden - ich finde es gut, dass Du Dich durchs Schreiben etwas entlasten kannst.

Linda
Oliver
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Beitrag von Oliver »

Hallo Sven.
Sven hat geschrieben:Was ich auch nicht verstehe: ich bin hyperempfindlich geworden.
Ich schließe mich da mal CloneX an. Lasse am besten momentan alles weg, was in irgendeiner Form stimulierend ist: Koffein, Nikotin, Alkohol, aufregende Filme. Auch andere Substanzen die auf den Serotoninhaushalt einwirken solltest Du bleiben lassen - also z.B. Johanniskraut ... versuche Dich so ausgeglichen wie nur möglich zu ernähren mir vielt frischem Obst und schau mal ob Dir Omega-3 Fettsäuren in Form von Lachsöl und ein gutes Multivitaminpräparat bekommen. Das Citalopram hat bei Dir eindeutig einiges aus der Balance gebracht und das braucht seine Zeit bis es Dir besser geht.
Schreiben hat mir übrigens auch sehr geholfen, als es mir :censored: ging.

Alles Gute
Oliver
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