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Liebe Mitglieder des ADFD, liebe Interessierte.
Aufgrund anhaltender Neuanmeldungen, Urlaubszeit und Unterbesetzung in den Teams sieht sich die Moderation leider gezwungen, das Forum temporär für Neuanmeldungen zu schließen.
Wir peilen einen Zeitraum von circa 8 Wochen an (ein Enddatum wird noch bekannt gegeben).
Wir bedauern diesen Schritt sehr, er ist aber nötig, um der Verantwortung füreinander, aber auch für unsere eigene Gesundheit, nachzukommen.

Neu-Interessierte finden alle wichtigen Infos rund ums Absetzen gut verständlich erklärt im öffentlich zugänglichen Teil des Forum.
Hier viewtopic.php?f=35&t=16516 findet ihr Antworten auf die wichtigsten Fragen und links zu weiterführenden Erläuterungen.

Die Teams des ADFD




Neuroleptika absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Sammlung von Erfahrungsberichten mit Psychopharmaka.
Ululu
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Re: Neuroleptika absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Ululu » Sonntag, 30.09.18, 14:25

Filzblumes Freundin hat es geschafft.

:party2:

https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 97#p263765

LG Ute
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7

Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Lucifer
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Re: Neuroleptika absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Lucifer » Donnerstag, 04.10.18, 21:18

Hallo Leute!

An alle die es geschafft haben. Ich mache mir große Sorgen um meine spirituellen Fähigkeiten und um meine Intelligenz und Emotionen.
Kann mir jemand sagen, ob meine spirituellen Fähigkeiten (Energien wahrnehmen, Eingebungen bekommen, philosophieren) für immer verloren sind oder gibt es welche, die auch spirituell sind und diese wiedererlangt haben? Was ist mit der Intelligenz? Seid ihr in der Lage komplexe Zusammenhänge zu erkennen und komplizierte Sätze mit einem großen Vokabular zu bilden und schnelle Gedanken zu haben? Was ist mit den Emotionen, sind diese wieder zurückgekommen wie sie vorher waren? Oder waren sie nie wieder so stark wie vorher? Und was ist mit eurem Selbst. Habt ihr das Gefühl, dass ihr wieder 100% ihr selbst seid oder gab es da auch Einbussen? Wenn ja, welcher Art? Muss ich damit rechnen, dass ich nie wieder derselbe sein werde und für immer ein Teil von mir verloren gegangen ist? Bedeutet Regeneration wieder zu mir selbst zurückzukehren oder dass das Leid einfach ertragbarer wird und man aber für immer eingeschränkt bleibt?
Ich weiss, dass alles völlig individuell ist, aber diejenigen, die es geschafft haben. Könnt ihr bitte einige Fragen davon beantworten?
Ich mache mir täglich riesige Sorgen...

Liebe Grüße
Lucifer
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padma
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Re: Neuroleptika absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma » Samstag, 06.10.18, 19:13

hallo zusammen, :)

hier ein ausführlicher erfolgreicher Absetzbericht von Aripiprazol von Lea Gie
https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=35&t=15947

liebe Grüsse

Murmeline
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Re: Neuroleptika absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Murmeline » Sonntag, 11.11.18, 16:32

Hallo Christine,

Hab deine Frage in den Thread von potatoiv verschoben, da gehört sie hin.
https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 78#p278078

Murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

padma
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Re: Neuroleptika absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma » Freitag, 30.11.18, 18:43

hallo zusammen, :)

Robotnik hat erfolgreich Paliperidon abgesetzt :party2: :party2: :party2:
Hallo liebe Mitglieder,

bir mir ist es nun seit ca. 9 Wochen so, dass ich das Neuroleptikum abgesetzt habe. Mir geht es seitdem besser. Habe das Gefühl, dass das Interesse im Allgemeinen gestiegen ist. Bin motivierter, lese viel mehr, kann mich langsam für das begeistern was mir vor der Psychose auch Spaß gemacht hat. Schlafprobleme gibt es keine - der Schlaf ist sehr gut - nun reichen 8 h/Nacht - mit der Medikation waren es vielmehr

Bin sehr optimistisch - verbringe viel Zeit in der Bibliothek - gehe zu Vorträgen - bin weiterhin sehr ausgeglichen - die Neuroleptika-Therapie hat mir sehr geholfen mich zu erholen - ich fühle mich viel besser als vor der psychose

doch möchte ich die Erfahrung mit euch teilen - hört auf euch und euer gefühl - weniger auf die ärzte - sie haben oft ein verzerrtes bild - außerdem gibt es immer wieder statistische ausreißer- somit sind die erfahrungen der ärzte, wesentlich für die Gestaltung weiterer Therapien, nicht treffsicher

natürlich ist es wichtig mit den fachärzten zu kooperieren - und versuchen deren ratschläge erst zu nehmen- doch ich habe gegen ärztlichen rat abgesetzt - hatte das gefühl, es sei die bessere lösung

Das Antidepressivum habe ich vor ca. 5 Wochen abgesetzt - keine Probleme dabei

freue mich über weiteren austausch
alles gute

robotnik
https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 95#p280595

Flummi

Re: Neuroleptika absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Flummi » Sonntag, 09.12.18, 3:38

Hallo,

ich habe Abilify abgesetzt:
https://www.adfd.org/austausch/viewtopi ... 10#p281910

Viele Grüße,
Claudia

Mananuu
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Re: Neuroleptika absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Mananuu » Montag, 21.01.19, 9:16

Hat hier jemand eine Erfolgsgeschichte mit Seroquel Prolog? Bin gerade danei von 200 auf 150 zu reduzieren. (Mit Ärztin abgesprochen).
Nehme jetzt auch noch Seroquel 25mg unratiert dazu um ein bisschen nachzuhelfen.

Würde mich wirklich sehr über eine Erfolgsgeschichte freuen, da ich im Moment recht verzweifelt bin.
Diagnose: Angst und Depression gemischt

2015-2016
Sertralin (Gladem) 50mg
Seroquel Prolog 100mg
Euthyrox 125mg

2017 - Juli 2018
Kein Seroquel mehr :party2:
Sertralin (Adjuvin) 50mg
Euthyrox 125mg

Ca. 23.Juli 2018 - Medikamente:
Sertralin (Adjuvin) 75mg
Seroquel Prolog 200mg
Euthyrox 125mg
Progesteron 1%
Alchemilla Urtinktur
Vitamin D3 & K2
Vitamin B & Metacare Aktiv

16.01.2019 - Beginn Ausschleichen
Seroquel Prolog auf 150mg reduziert
Sertralin (Adjuvin) 75mg

21.01.2019 - Hochdosierung
Seroquel Prolog 150mg + morgens und mittags 25mg Seroquel
Sertralin (Adjuvin) wie gehabt

11.03.2019 - Reduzierung
Seroquel Prolog 100mg + morgens, mittags und abends 25mg Seroquel
Sertralin (Adjuvin) 75mg
Vitamin D
Arginin
Phenylanin
Tyrosin
Vitamin Präparate
50mg - 5Htp abends (mit Absprache!)

29.04.2019 - Reduzierung
Seroquel Prolog 50mg + morgens, mittags und abends 25mg Seroquel
Adjuvin (Sertralin) 75mg
Nahrungsergänzungsmittel wie gehabt.

11.05.2019 - leichte Hochdosierung
Seroquel Prolog 50mg abends + 25mg vor dem schlafen
Morgens, mittags und abends 25mg Seroquel
Adjuvin (Sertralin) 75mg (wie gehabt)
Nahrungsergänzungsmittel wie gehabt.

mondscheinlicht
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Re: Neuroleptika absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von mondscheinlicht » Donnerstag, 14.03.19, 9:18

Hallo liebe Leute, gerade habe ich eure erfolgreichen Absetzgeschichten gelesen und möchte erst mal gratulieren und ich dafür bedanken. Ich bin sehr beeindruckt von den vielen Details- sprich wann wieviel genommen wurde und Symptome in welcher Zeit. Ich habe mir sowas nie aufgeschrieben und auch längst nicht so genau in Erinnerung. Ich habe Dezember 2016 aus dem Internet die Broschüre über das Absetzen von Neuroleptika herunter geladen und seit dem vorgegangen. Dabei muss ich hinzufügen, dass ich Herbst 2014 bis Herbst 2015 bereits das Fluanxol abgesetzt hatte. Ich habe es wieder genommen aus dem einzigen Grund, weil ich chronische Magenbeschwerden bekommen habe, ansonsten ging es mir gut. Es war so von Ärzten verordnet und letztendlich war ich es selber, der es wieder genommen hat, als ich durch Internetrecherche darauf stieß, dass meine Magenprobleme möglicherweise auf Entzug vom Fluanxol beruhen- dem war denn auch so, wie ein kurzer Test zeigte. Seit dem habe ich es wieder in geringen Dosen genommen, aber nun ist es deutlich schwieriger mit dem Reduzieren und Absetzen geworden - was die These unterstreicht, dass Ärzte wenn sie absetzten zu schnell absetzen und es langfristig dadurch länger wird. Von Herbst 2015 bis heute sind schon mehrere Jahre, wo ich nach dem Prinzip 10% weniger und 2-3 Monate die Dosis halten vorgegangen bin - rein mathematisch gibt es für so eine Anleitung ja nie ein Ende. Und so mußte ich auch vor ca. einem Jahr feststellen, dass ich nicht nur halbe sondern auch viertel Tabletten reduzieren musste. Ich bin jetzt bei drei Tabletten der Minimaldosis 0,5 mg pro Woche angekommen und meine Psychiaterin sagt, das seien ja nur homöopatische Dosen, es kann aber sein, dass ich dieses Minimum ewig beibehalten muss. Diese Forum macht mir Mut, es aber weiter zu probieren und laut der obig genannten Broschüre ist eine so starke Reduktion mit einer so niedrigen Enddosis auch ein großer Erfolg, so dass ich es hier schon mal posten möchte - ohne diese Broschüre hätte ich es wohl nicht geschafft. Im Gegensatz zu dem einem Jahr gänzlich ohne Fluanxol habe ich jetzt aber ständig diverse Absetzprobleme, nur eben nicht mehr dieses gravierende Magenproblem. Ich hatte damals auch den Hersteller Bayer angerufen und davon berichtet, die behaupteten, dass ihnen diese Nebenwirkung unbekannt sei. Auf alle Fälle - man fühlt sich besser mit geringer Dosis und hat wieder mehr Gefühle, dazu gehören eben auch mal weniger schöne Gefühle und etwas Schlafprobleme, aber das ist es wirklich wert!!! LG, mondscheinlicht
mondscheinlicht, nehme seit 10 Jahren Fluanxol , davon seit ca. 7 Jahren nur geringe Dosen

padma
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Re: Neuroleptika absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma » Freitag, 14.06.19, 18:55

hallo, :)

Crazy hat erfolgreich Aripiprazol abgesetzt und ist seit 11.3. auf 0 und es geht ihr gut
https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 91#p295291

:party2: :party2: :party2:

liebe Grüsse,
padma

padma
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Re: Neuroleptika absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma » Sonntag, 04.08.19, 22:59

hallo zusammen, :)

wieder eine Erfolgsmeldung:
Micha68 ist seit März 2018 psychopharmakafrei (Valproinsäure und Quetiapin abgesetzt)
https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 47#p316847

:party2: :party2: :party2:

lg padma

padma
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Re: Neuroleptika absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma » Freitag, 23.08.19, 10:55

hallo zusammen, :)

Raito hat Olanzapin abgesetzt und ist seit dem 13.7.2018 auf 0
:party2: :party2: :party2:

Hier sein update:

es geht mir immer besser !

hab zwar noch:
- Knie schmerzen
- Blasen probleme
- trockene augen
- verspannter rücken/schultern


aber es geht mir vom kopf her besser.

ich bin zur zeit nicht aktiv hier im forum oder sonst wo online.

ich werde euch aber auf dem laufenden halten, da ich denke das es hier viele leute gibt die von olanzapin weg wollen. Und vor allem wie lange es dauert bis dieser entzug vorbei ist.

Ich denke im moment das es noch 2jahre plus/minus dauern wird. Habe hier auch von jmd gelesen das er seinen körper nach 3 jahren zu 70% zurück hatte.

und ich bin im moment nach 1.jahr schon oft gefühlt bei 70%.

mit dem knie kann ich leben. an die augen hab ich mich irgentwie schon fast gewöhnt^^

aber die verspannten muskeln im rücken und die blase :( das muss wieder heil werden.
habe ich im moment durch sport und total öde ernährung aber ganz gut im griff^^
muss ich mich dran gewöhnen und hoffe in zukunft wieder alles essen zu können
https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 54#p319954

Murmeline
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Re: Neuroleptika absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Murmeline » Samstag, 31.08.19, 8:50

Tumbler hat geschrieben:
Samstag, 31.08.19, 8:18
Hallo liebe Leute,

nach wiederum langer Zeit melde ich mich mit der Nachricht, dass ich mittlerweile drei Monate clean bin. Ich habe Anfang des Jahres mit viel Bauchschmerzen das Amisulprid abgesetzt und es ist gutgegangen. Danach wollte ich mir und meinem Nervensystem einerseits gerne eine Pause gönnen, andererseits wollte ich so schnell wie möglich das andere Medikament absetzen, das meiner Ansicht nach nie viel Wirkung gezeigt hat. Auch das habe ich in kleinen Schritten ohne viel Nebenwirkungen getan.

Danach hatte ich natürlich etwas Angst, dass die Symptome, derentwegen ich das Zeug einst verschrieben bekommen habe, wiederkommen würden. Aber weder die Angst noch die Übelkeit haben sich bisher wieder eingestellt. Ich fühle mich nun endlich wieder wie ich selbst.

Aufgrund eines hartnäckigen (und mindestens ebenso hartnäckig von der Schulmedizin verleugneten) Darmpilzes bin ich bei einer guten Alternativen Medizinerin gelandet und es tut mir gut, meine diversen Unausgeglichenheiten nun wenn nötig pflanzlich zu behandeln und damit die Selbstheilungskräfte meines Körpers zu unterstützen. Weiters nehme ich so wenig wie möglich an Medikamenten ein.

Weiters habe ich mich in das Thema Hochsensibilität eingelesen und ein neues Verständnis für mich und meinen Körper entwickelt. Bereits während des Absetzens habe ich alle meine Pflegeprodukte entweder ganz weggelassen oder auf komplett natürlich umgestellt. habe nun sogar einen Naturfriseur, der mir die Haare mit Henna färbt! Stehe verständlicherweise der Chemie und der Notwendigkeit ihres Einsatzes kritischer gegenüber als vorher.

Meine Ehe besteht noch, aber mein Mann ist sehr mitgenommen vom Absetzprozess, was ich teilweise verstehe, teilweise aber auch nicht, weil ich mir da viel mehr Unterstützung gewünscht hätte und streckenweise das Gefühl hatte, alleine zu sein und auch noch die Schuld für alles, was schief rennt, zu bekommen. Meine Tochter hat hoffentlich nichts mitbekommen, und endlich kann ich abends mit ihr ins Bad gehen Zähne putzen ohne Geheimnisse (Medikamente einnehmen)! Auch mein Job hats überlebt, bin weiterhin voll beschäftigt.

Vor etwa anderthalb Jahren habe ich aus psychohygienischen Gründen den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen. Das erste Jahr habe ich sie mir selbst gegenüber sehr gut ersetzt. Aber dann habe ich gemerkt, dass es so nicht weitergehen kann und ich mich auch emotional von ihr und ihren Vorstellungen von mir lösen muss. Ich habe daher begonnen, mein Leben aufzuschreiben und es tut mir gut, zu sehen, dass ich nicht Schuld war an allem (ich war schließlich ein Kind) und mir selbst endlich glauben zu können. Das bin ich den Kindern in mir schuldig.

Leider habe ich den Entzug tatsächlich unter erschwerten Bedingung durchgezogen. Es war nicht ruhig in meinem Leben, ich habe gearbeitet, hatte keinen, mit dem ich wirklich reden konnte, musste in meiner Familie funktionieren, habe beruflich Ausbildung gemacht und einige körperliche Krankheiten durchgestanden. Doch ich bin gestärkt, bescheiden und freier daraus hervorgegangen. Ich habe Geduld, Demut und Loslassen gelernt und ein neues Verständnis von Gott entwickelt, der mir in den schwersten Stunden beigestanden hat. Nun arbeite ich an meinem Selbstwert und am Umgang mit meinem Partner und hoffe, dass mein Leben etwas ruhiger verlaufen wird als die letzten Jahre.

Wenn ich etwas gelernt habe in der anstrengenden Zeit, die hinter mir liegt, dann, dass Psychopharmaka nicht die Antwort auf psychische Probleme sind. Psychiater müssten lernen, viel verantwortungsvoller damit umzugehen und ihre Patienten von Beginn an als Partner zu sehen, mit denen man eine möglichst kurze Einnehmdauer, einen Absetzplan und vor allem, die Alternativen (Psychotherapie, Bewegung, Ernährung, Körperkontakt, Arbeit an sich selbst, Tagesablauf, Kontakt mit Menschen, Austausch mit Gleichgesinnten, etc.) bespricht. Psychopharmaka können viel leisten, sie haben das Potential, Ängste verschwinden zu lassen und die Welt in Farbe zu sehen, aber sie sind gerade aufgrund dieses Potentials auch gefährlich, wenn man sie wie Bonbons behandelt. Ihr Potential und ihre Gefahr muss ernst genommen werden, um einen verantwortungsvollen Umgang zu gewährleisten, aber wie in den meisten Bereichen denkt der Mensch, was möglich ist, muss auch genutzt werden. Doch wir wissen spätestens nach der Atombombe, dass diese Einstellung Mist ist. ihre Eignung erstreckt sich daher meiner Ansicht nach auf einen ersten Anstoß, um überhaupt fähig zu werden, die eigene Heilung in Angriff nehmen zu können. Sie können niemals der gesamte Plan zur Heilung sein. Das ist kurzsichtig, unverantwortlich und schlichtweg dumm. Mich macht es fassungslos, dass so viele Psychiater so leichtsinnig die Qualität des Lebens ihrer Patienten langfristig aufs Spiel setzen.

Ich möchte diesen Beitrag aber nicht mit einer Warnung schließen, sondern mit Hoffnung. Und die gibt es, egal, wie finster das Tal ist, durch das ihr gerade schreitet: Es gibt Hoffnung. Und wenn ihr nicht Gott vertrauen wollt, dann vertraut euch selbst, und euren Körpern und Seelen. Ihr werdet es schaffen, jeder einzelne von euch trägt alles, was er dafür braucht, in sich. Habt nur Geduld, Mut und Vertrauen. Das Licht wird sich wieder zeigen. Ich glaube an euch.

Ganz liebe Grüße von eurer Tumblerin - dem Stehaufweibchen!
https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 09#p321409
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

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Re: Neuroleptika absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma » Freitag, 08.11.19, 18:02

hallo,

Sadengel hat erfolgreich Quetiapin abgesetzt und ist seit 5 Monaten auf 0 :party2:
Hier ihr update:
Hallo,

Ein kleines Update. Mir geht es relativ gut. Schlaf ist gut. Alltag ist gut zu meistern. Stimmungsschwankungen vorhanden. Ansonsten keine starken absetzsymptome. Nur das übliche Müdigkeit, bissl muskelschmerzen. Nahrungserganzungsmittel tun gut. Ich denke das gröbste ist geschafft.

Lg
Sadengel89
https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 63#p333463

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Re: Neuroleptika absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Murmeline » Dienstag, 14.01.20, 15:43

crazy hat geschrieben:
Dienstag, 14.01.20, 8:50
Guten Morgen,

nach 10 Monaten ohne Medikamente möchte ich mal wieder schreiben.
Ich muss sagen, ich vermisse das Abilify überhaupt nicht 😂 und rückblickend hat sich wirklich viel zum Guten entwickelt.
Im April 2018 mit 32 Jahren hatte ich angefangen von 5mg auf möglichst 0 zu reduzieren und habe das forum hier gefunden (hat eine Freundin empfohlen). Davor hatte ich es zu schnell versucht und es ging mir zu schlecht nach den Absetzschritten. Hier habe ich erfahren, dass es bei Abilify die Lösung gibt und habe meinen Psychiater dazu gebracht, dass er sie mir verschreibt. Damit konnte ich in kleinen Schritten dosieren und reduzieren.
Ich hatte 2017 eine neue Arbeitsstelle angefangen und bestand die Probezeit im September 2017-unbefristeter Vertrag juhu!!! Mit Teilzeit 30 h arbeite ich da bis heute.
Ich empfehle rückblickend jedem, in einer möglichst stabilen Lebenssituation abzusetzen, es ist anstrengend genug!
Im Februar 2018 lernte ich meinen jetzigen Mann kennen, der mich noch gepusht hat dadurch, dass er mich einfach so mag, wie ich bin. Außerdem war da endlich ein Mann, den ich mir als Vater meines Kindes vorstellen konnte. Der Kinderwunsch hat mich außerdem motiviert, ich wollte gerne ohne Medikamente schwanger werden. Im März 2019 hatte ich es geschafft, 0,0mg!!! Hier wurde empfohlen, dass man am besten 1-2 Jahre noch warten sollte, aber meine biologische Uhr tickte dann doch so laut, dass wir es gleich versucht haben... oft klappt es ja länger nicht. Es war aber dann schon im Juli 2019 soweit, ein positiver Schwangerschaftstest... und jetzt bin ich in der 31. Woche und habe in 10 Wochen Entbindungstermin. Bei den Vorsorgen ist alles in Ordnung.

Wirklich, ich hatte viel Glück und es hat sich für mich sehr gut entwickelt. Ich schreibe später mehr, muss diese Woche noch arbeiten, danach bin ich schon zuhause.

Alles Gute!

Jamie
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Re: Neuroleptika absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Jamie » Montag, 30.03.20, 14:10

annemika hat Sulpirid erfolgreich abgesetzt :party2:

https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 31#p357296
Hallo,
ich möchte mich nach einem dreiviertel Jahr wieder bei euch melden. Ich glaub, ich habs überstanden. Ich bin medikamentenfrei :)

Im Juli 2019 habe ich euch geschrieben, dass ich Sulpirid 50 mg, nach endlosen Absetzversuchen (zuletzt sogar mit der Wasserlösmethode), auf Anraten meiner Hausärztin endgültig abgesetzt habe (im Juni 2019). Davor hatte ich ein halbes Jahr schlimmste Unruhe mit Panikattacken nach dem letzten Reduzierungsversuch Ende November 2018. Meine Ärztin meinte, ich solle doch absetzen, weil es nach dem Aufdosieren im Februar nicht besser wurde. Und das hab ich dann gemacht. Von 50mg auf 0. Und es ging mir nicht schlechter, aber halt auch nicht besser.

Im Juli war ich dann ohne Medikamente, ich erhielt aber von meiner Hausärztin einen Betablocker, Bisoprolo 1,25 mg, da mein Puls sehr hoch war. Ich hatte seit Dezember 2018 eine schreckliche Unruhe mit gewaltigen Schlafstörungen, eben wie bereits gesagt, nach dem letzten Reduzierungsschritt von 13mg auf ca. 11 mg mit der Wasserlösmethode. Dazu kamen dann auch Panikattacken, die mehrere Tage andauerten. Es ging mir total mies. Laut Ärzte hätte ich nun eine Angststörung. Doch die hatte ich vorher nie, ich war mir sicher, das sind wieder Absetzsymptome, bzw. es war ENTZUG.

Seit ich 2012 das Sulpirid nach einem vermutlichen Burnout verschrieben bekam, hatte ich immer wieder probiert abzusetzen und litt immer wieder unter schlimmsten Entzugserscheinungen: Depression, MIgräne, Unruhe etc. Immer wieder musste ich aufdosieren. Doch letztes Jahr funktionierte das Aufdosieren nicht mehr, vielleicht weil ich auch zu spät wieder raufgegangen bin... Gott sei Dank!!!! Außer meiner Hausärztin wollte das aber kein Facharzt glauben.

Ich musste dann im Sommer 2019 immer wieder Xanax nehmen, um Schlimmeres abzuwenden. Aber ich war sehr vorsichtig mit Xanax, weil ich um das Abhängigkeitspotential weiß, trotzdem war ich froh es zu haben, sonst wäre ich womöglich noch in die Psychiatrie gegangen, wo ich nie hinwollte. Benzos werden gerne verteufelt, aber sie können im Akutfall ungemein helfen. Und ich finde es besser, einmal Benzo zu nehmen, wie in der Psychiatrie mit einer Unmenge an MItteln vollgepumpt zu werden. Das schreibt z.B. auch Peter Lehmann.

Im AUgust suchte ich einen neuen Psychiater auf (praktiziert in Innsbruck, sehr kompetent), der mir zum ersten Mal glaubwürdig zuhörte. Er überredete mich Lyrica 50mg für die Zeit des Entzugs zu nehmen. Da Lyrica kein Psychopharmakon im herkömmlichen Sinn ist, war ich damit einverstanden. Lyrica schaffte es zwar nicht, die Symptome zuzudecken, aber ich hatte weniger Panikattacken als zuvor.

IM September und Oktober habe ich dann eine Auszeit genommen und ging in einer Einrichtung für Menschen mit psychischen Störungen. Dort durfte ich ganz tolle Entspannungstechniken, SPort, Yoga, Rio Abierto, Töpfern, Kunsttherapie, Reittherapie etc. machen, lernte sehr nette, gleichgesinnte Menschen kennen und fühlte mich dort ungemein wohl.

Im November bin ich dann entlassen worden und hab sofort wieder begonnen zu arbeiten, was auch einigermaßen funktionierte. Ich hatte inzwischen abgenommen, war körperlich fit und begann wieder auf die Berge zu gehen. Der Winter war heuer sehr schön und ich konnte viel wandern und bergsteigen.

Ich hab dann Lyrica reduziert und im Jänner abgesetzt, ohne nennenswerten Probleme. Auch den Betablocker habe ich abgesetzt. Mein Prolaktinspiegel ist jetzt wieder in Ordnung, und bis auch die Unruhe, die ich in der Früh verspüre, geht's mir recht gut. AUch die Schlafstörungen sind viel besser geworden, meist schlafe ich wieder 6 bis 7 Stunden in der Nacht.

Ich habe nicht den konventionellen Weg genommen beim Absetzen, aber mit der 10%-Methode hat es leider bei mir nicht funktioniert, es bedeutete ewig langes Leiden. Ich hab mich in die Bücher von Peter Lehmann und Peter ANsari eingelesen, auch in vielen Foren gestöbert und muss sagen, dass bei weiten nicht alle mit der 10%-Methode absetzen können. Ein bestimmter Prozentsatz kann nicht absetzen. Deshalb habe ich mich lieber für ein Ende mit Schrecken entschieden, statt lebenslang zu leiden.

Es hat über ein Jahr gedauert, bis es mir wieder besser ging, doch jetzt sehe ich die Sonne wieder. Ich kann lachen, lieben, mich freuen, ich lebe wieder. Und die Unruhe wird mit der Zeit wohl weggehen, sie ist zumindest schon viel besser geworden. Und ich habe begonnen ein Buch über meine Absetzgeschichte zu schreiben …..
Eure Annemika!
Ich danke euch für euer Dasein, Zuhören und Helfen. Ihr seid die Besten.
Ich werde heute für einen Freund einen neuen Thread eröffnen, ich hoffe das passt!
Zuletzt geändert von Annanas am Montag, 30.03.20, 15:01, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Medikament korrigiert
...........SIGNATUR...............


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Wuzi134
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Re: Neuroleptika absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Wuzi134 » Samstag, 11.04.20, 15:34

Habe erfolgreich Olanzapin abgesetzt, jetzt sein einem Monat habe auch ein paar Tipps in meinem Thread niedergeschrieben

Grüße
~20.06 erstmals in der Klinik mit 15mg Olanzapin
~15.07. Olanzapin runterdosiert auf 5mg keine Bschwerfen guter Schlaf
~26.07-02.08 weglassen von Olanzapin da unwissend- schwere Schlafprobleme Angespanntheit - mir ging es einfach sehr schlecht
Ab dem 02.08 Wiedereinstieg mit 2,5mg
Wieder guter Schlaf
14. August Reduktion auf 1,25mg ebenso guter Schlaf
24. August 1 Tag Olanzapin weggelassen sehr starke Schlafptobleme. Die ganze Nacht wach dagelegen
25. August wiedereindosierung 1,25mg wieder gut geschlafen
26. August 1,25 schlapfrobleme 3 Stunden Schlaf, sehr unruhige Nacht - am nächsten morgen Erbrechen
05. September Reduzierung auf 1,0mg
14.Oktober wieder hoch auf 2,0mg da wsl zu schnell abdosiert
01. November runter auf 1,8mg
14. November 1,6mg
14. Dezember 1,2 mg
14. Januar 0,8 mg
14. Februar 0,4 mg
14. März 0 endlich :party2: :party2: :party2:

Straycat
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Re: Neuroleptika absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Straycat » Sonntag, 12.04.20, 19:59

Hier der Absetzbericht von Wuzi: viewtopic.php?f=32&t=16838&start=60#p359083

Liebe Grüße,
Cat
rezidivierende Depression (seit 2006)/ Bipolar II (2008 - Fehldiagnose?)
Erfahrungen mit Escitalopram (9 Jahre) und kurzfristig auch Lamotrigin , Aripiprazol , Trazodon, Bupropion, Alprazolam - alles wieder abgesetzt
protrahiertes Entzugssyndrom: wiederkehrende Muskelschmerzen, gelegentlich Panikattacken
Aktuelles Absetzen von Venlafaxin seit 04/2018
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